Lesermeinung

„Ehrliche Führung hilft“

Zum beantragten Insolvenzverfahren des VfR Aalen

„Gefühlt war der VfR Aalen finanziell fast immer klamm. Seit dem Zweitligaabstieg auch real, und aktuell auch amtlich. Der Insolvenzantrag überraschte nicht wirklich. Bei knapp 1,2 Millionen Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2021 und einem überschaubaren finanziellen Hintergrund kann’s in der Regionalliga sehr schnell existenziell werden. Alleine in den zwei vorausgegangenen Jahren ist der Schuldsaldo um circa 480 000 Euro angewachsen.

Die Erklärung des Präsidiums war allgemein gehalten, zugleich aber beteuernd und fordernd. Fast schon arrogant bis peinlich. Den aktuellen Schuldsaldo sparte man elegant aus. Verbindlichkeiten aus Drittligazeiten und der Insolvenz 2017 erklärte man zu 'Altlasten'. Dass damals andere Verantwortlichkeiten vorlagen, ist angekommen, ändert aber nichts in der Sache. Das Präsidium, der Geschäftsführer und der Aufsichtsrat, haben’s schlicht nicht geregelt bekommen.

Wahr ist aber auch, dass der Abstieg des Vereins im doppelten Sinne in den Jahren 2017/2018 wurzelte. Man erinnere sich an das Projekt 'Zweitligafußball im Jubiläumsjahr 2021', das krachend scheiterte. In Kurzform: Ein Plan, der keiner war, sondern eher Glücksspielniveau besaß. Das Ergebnis brutal. (...) Am Ende stand die Viertklassigkeit und der Verein vor dem sportlichen Nichts mit einem Sack voll Schulden. Des weiteren diskreditierte sich der Verein selbst. Der schändliche Umgang mit Herrn Scholz in Sachen Bürgschaft, die fragwürdige Insolvenz 2017, das halsbrecherische 'Projekt 21', die Personalie Uwe Wolf und anderes mehr. All dies kostete den Verein Seriosität, Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Eine Insolvenz taugt da nicht. Da hilft nur eine ehrliche, bodenständige und realistische Vereinsführung. Ein probates Mittel und in allen Ligen einsetzbar.“

⋌Günter Kallis, Aalen

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