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Eine Entscheidung muss her

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Zur Böbinger Tunneldiskussion: Seit vielen Monaten warten wir im Ostalbkreis und insbesondere in der Gemeinde Böbingen nun auf die Entscheidung für den Tunnel im Zuge des Ausbaus der B 29.

Zur Böbinger Tunneldiskussion:

Seit vielen Monaten warten wir im Ostalbkreis und insbesondere in der Gemeinde Böbingen nun auf die Entscheidung für den Tunnel im Zuge des Ausbaus der B 29. Auf der Homepage von Herrn Bilger steht geschrieben: "Als Ihr Vertreter im Deutschen Bundestag will ich mich auch künftig mit vollem Einsatz für unser Land und für unsere Heimat einsetzen." Genau das würden wir uns von Herzen wünschen! Einen Gesprächstermin von Landrat Bläse hätte dieser Tage stattfinden sollen. (...) Diesen mit dem Hinweis abzusagen, dieser Termin "sei nicht zielführend", ist aus meiner Sicht an Arroganz nicht mehr zu übertreffen. Wir in und um Böbingen haben alle Gesprächsbedarf, unser Landesverkehrsminister hat mit seiner Zusage ebenfalls Gesprächsbedarf signalisiert. Die Entscheidung seitens des Landesverkehrsministeriums steht seit fast einem Jahr. Die Entscheidung des Bundes war von (...) für August 2020 in Aussicht gestellt worden. Was hat sich seitdem ergeben?

Ich selbst war beim Spatenstich in Essingen am 13. Oktober 2020 dabei. Wie bei vielen anderen Teilnehmern auch waren meine Erwartungen sehr hoch. Herr Bilger gab sich zuversichtlich, führte aber enorme Kosten und die noch nicht ausreichend gesicherte Wirtschaftlichkeit für den Ausbauabschnitt Gmünd-Ost bis Böbingen-Ost an. Im Falle des Böbinger Tunnels hat sich dieser Wert von anfänglichen 1,3 auf mittlerweile knapp 2,0 erhöht und liegt damit klar über eins, dem erforderlichen Mindestwert. Was soll sich daran noch ändern? Wie viele Unterlagen für eine abschließende Varianten-Beurteilung sind denn noch vorzulegen? Was soll hierin enthalten sein, das für eine abschließende Varianten-Beurteilung von Bedeutung sein könnte? Gesamtheitlich betrachtet liegt das Kostendelta zwischen Tunnel und den Alternativen bezogen auf die Kosten des Gesamtausbaus Schwäbisch Gmünd Ost – Aalen West im einstelligen Prozentbereich. Wir können alle nur rätseln und können nicht nachvollziehen, um was es hier noch geht? Sind sechs (!) Jahre Grundlagenermittlung und Vorplanung für den Böbinger Tunnel nicht ausreichend?

Um ein anderes Beispiel anzuführen: In der Hälfte der Zeit entsteht in der Nähe von Berlin eine ganze "Giga-Fabrik" zum Bau von Elektrofahrzeugen. (...) Eine entsprechende Verkehrsanbindung inkl. Autobahnanschluss an die A10 ist selbstverständlich. Kurzerhand wurden entsprechende Pläne erstellt. Dies stellt scheinbar alles kein Problem dar. Und hier bei uns? Woran kann es liegen, dass wir in Böbingen auf der Stelle treten? Liegt Böbingen zu weit von Berlin entfernt, fehlt uns ein prominenter Kopf (...), um Gehör zu finden (...)? Politiker sind Volksvertreter, Herr Bilger selbst spricht von Verantwortung. (...). Das Volk hat gesprochen – Böbingen, die angrenzenden Gemeinden, der gesamte Ostalbkreis, selbst die politischen Vertreter des Landes Baden-Württemberg sprechen sich geschlossen für den Tunnel aus! Warum handelt gerade Herr Bilger als Mitglied der CDU dann nicht verantwortungsvoll in unserem Sinne und im Sinne der Umwelt? Warum vertritt er nicht unsere Interessen und handelt entsprechend? Was hindert ihn daran? (...). Das jüngste Wahlergebnis ist wenige Wochen alt, die Bundestagswahl steht im September an. (...) Herr Bilger sollte sich sicher sein: Das weitere Nicht-Handeln und Nicht-Entscheiden für den Tunnel hat hier in der Region sehr viele Wählerstimmen gekostet und wird auch weiterhin viele Wählerstimmen kosten! In diesem Sinne hoffe ich sehr um eine Besinnung und eine zeitnahe Entscheidung für den Böbinger Tunnel!

Dr. Steffen Henzler, Böbingen

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