Lesermeinungen

Eine fehlgeleitete Diskussion

Zum Gastkommentar von Dr. Manfred Wiedemann über die aktuelle Klinikdebatte, erschienen in der GT am 5. Januar:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiedemann, herzlichen Dank für Ihren Gastkommentar „Quo vadis Medizin in Deutschland? Quo vadis Medizin im Ostalbkreis?“ Besser hätte man es in der Kompaktheit vermutlich nicht formulieren können. Ja ich stimme ihnen zu, ihr Kommentar ist vielleicht für die eine oder den anderen hart, mag plakativ und aufrüttelnd sein. Aber ich stimme ihnen auch zu, das braucht es jetzt! Das ist längst überfällig! Die Segel des Kreistages scheinen in seiner deutlichen Mehrheit gesetzt und der Begriff „Alternativlosigkeit“ macht die Runde. Aber wurden wirklich alle Aspekte im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsrat beachtet? Wurde wirklich kritisch abgewogen und in allen Details und in der gebotenen Tiefe diskutiert? Wir, die Bevölkerung können dies nicht bewerten, weil wir nicht dabei waren und bis heute auch nicht in den Diskurs einbezogen wurden. Das ist aber dringend geboten, denn es macht den Anschein, als ob sich der Kreistag in der scheinbaren Alternativlosigkeit selbst verfangen hat. Sie sprechen in ihrem Gastkommentar viele Aspekte an. Zwei möchte ich herausgreifen. Der Annahme, dass durch ein Zentralklinikum der Fachkräftemangel behoben werden könne, wird von ihnen klar angezweifelt. Das sehe ich auch so, denn wenn sich die Rahmenbedingungen für Ärzte und Pflegende nicht endlich verbessern, ist es egal wie die Klinikstruktur aussieht. Dazu hilft ein Blick in bereits umgesetzte Zentralkliniken, die weiterhin mit großem Fachkräftemangel zu kämpfen haben! Der zweite Aspekt ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Beibehaltung der zukünftigen Klinikstruktur in öffentlicher Hand. Sie zweifeln es ganz deutlich an und ich teile diese Befürchtung. Dass nämlich in den Gesundheitszentren / Campussen, also zum Beispiel das Stauferklinikum, nur noch private Träger oder Belegärzte arbeiten würden. Dieses Konstrukt würde dann dem Zentralklinikum Konkurrenz machen und wenn es so eintritt, würde auch das Versprechen, die Klinikversorgung in öffentlicher Hand zu belassen, nicht eingehalten. Dies halte ich für einen fatalen Fehler! Also bitte weiter aufrütteln, um diese fehlgeleitete Diskussion zu überwinden und weiterhin eine dezentrale Struktur erhalten zu können.

Sebastian Fritz,

Schwäbisch Gmünd

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