Lesermeinung

Erfolgreiches Versteckspiel

Zu den abgebauten Bade-Einstiegen am Orrotsee:

Treppen und Handläufe am Orrotsee abgebaut – und das mitten im schönsten Sommer. Und jeder fragt sich warum? Nun haben wir die Antwort – der Bundesgerichtshof hat Einzelfälle zwecks Haftung entschieden, die Württembergische Gemeindeversicherung empfiehlt, der Wasserverband Obere Jagst beschließt und die Gemeinde Rosenberg macht mit. Ergebnis sind das Ende des Badevergnügens für Tausende Badegäste, da der beschwerliche – und nun auch gefährlichere - Weg über spitze Steine und glitschigen Lehmboden von den meisten gemieden wird.

Die jeweiligen Verantwortlichen verstecken sich hinter den Beschlüssen und Empfehlungen der nächsthöheren Behörde, das ist der einfachere Weg, anstatt mit gesundem Menschenverstand alternative Lösungen zu finden. Es sind auch dieselben Verantwortlichen, die sicherlich weiterhin das Badevergnügen im Ellwanger Seenland und dem Orrotsee anpreisen werden.

In Zeiten von Personalknappheit in Freibädern ist dieser Rückbau umso weniger zu verstehen. Was spricht denn gegen einen Haftungsausschluss durch Anbringung von Schildern am Badebereich? Ein Blick „über den Tellerrand“ bzw. an die großen oberbayerischen Seen würde auch genügen. Dort sind Stege und Treppen in großer Zahl vorhanden, größtenteils auch ohne Badeaufsicht, und dort funktioniert‘s merkwürdigerweise.

Vielleicht können sich die Verantwortlichen zumindest noch dazu durchringen, einige Fuhren Sand an den Einstieg des Orrotsees zu fahren. Das wäre im Hinblick auf die kommenden Sommerwochen wenigstens noch eine praktikable und schnelle Notlösung.

Hubert Fischinger

Ellwangen

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