Lesermeinung

Fadenscheinige Alibierklärungen

Zum Thema VfR Aalen

Die Fan-Interessengemeinschaft des VfR Aalen erweist sich im engen Schulterschluss mit den Vereinsverantwortlichen einmal mehr als überzeugter Apologet der Vereinspolitik und versteht sich offenbar als deren informelles Sprachrohr. Die in dem Leserbeitrag vorgebrachten Argumente sind alles andere als stichhaltig und spiegeln das in Sachen VfR vorherrschende Meinungsbild und die allgemeine Stimmungslage keineswegs wider.

In der als Retourkutsche an kritische Serienleserbriefschreiber gedachten Invektive (beleidigende Äußerung, d. Red.) versucht die zu regelmäßigen Sessions zusammenkommende, angeblich über ausreichendes Insiderwissen verfügende exklusive Expertenrunde die besagten Schreiber in aller Öffentlichkeit zu diffamieren und in die Ecke von ahnungslosen Ignoranten und beckmesserischen Kritikastern zu drängen. Ein solches Ansinnen ist an Unverfrorenheit und Impertinenz kaum zu überbieten.

Was die schließlich zur erneuten Insolvenz führende Finanzmisere angeht, so ist diese hausgemacht und selbstverschuldet. Nichtsdestotrotz werden fadenscheinige, fast schon fatalistisch klingende Alibi-Erklärungen bemüht wie durch Corona bedingte weggebrochene Zuschauereinnahmen, fehlende Unterstützung durch das Land und ausbleibende Sponsorengelder, als wären andere Profivereine davor verschont geblieben.

Anstelle seriöser Ursachenforschung für die schwindende Akzeptanz und das fehlende Feedback seitens des regionalen Umfelds betreibt man Schönfärberei und verbreitet Zweckoptimismus, kulminierend in einer veritablen Laudatio auf eine vorbildlich arbeitende Vereinsführung samt Beweihräucherung eines seit langem umstrittenen Geschäftsführers, während man den unrühmlich hinausgeekelten Vorgängertrainer auf infamste Weise nachträglich mit Kot bewirft.

Und eine nostalgisch-romantische Verklärung einer ruhmreichen Vergangenheit der zum „Leuchtturm“ (OT) hochstilisierten einstigen Fußballmacht im Rohrwang ändert nichts an der desaströsen Außendarstellung des Vereins. Diese Art der Imagekampagne ist einfach zu billig.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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