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Falsche Tests? Egal, die Panik geht weiter!

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Zur Corona-Pandemie: Im medialen Rausch(en) der zweiten Corona-Welle sind in den letzten Tagen zwei Meldungen etwas untergegangen: Sechs Fußballer des FC Heidenheim wurden positiv auf Covid-19 getestet, ein zweiter Test einen Tag später ergab bei allen ein negatives Ergebnis.

Zur Corona-Pandemie:

Im medialen Rausch(en) der zweiten Corona-Welle sind in den letzten Tagen zwei Meldungen etwas untergegangen: Sechs Fußballer des FC Heidenheim wurden positiv auf Covid-19 getestet, ein zweiter Test einen Tag später ergab bei allen ein negatives Ergebnis. Und kurz später wurde bei 60 Testergebnissen aus einem Augsburger Labor festgestellt, dass 58 davon falsch positiv waren.

Die Vorgänge rund um die Profifußballer (...) schrecken (...) auf, weil Otto Normalisolierter bei einem positiven Test zwei Woche in die Quarantäne gesperrt wird und sich nicht durch einen Zweittest wieder in die Freiheit zurücktesten kann. Unabhängig davon stellen sich aber viel brisantere Fragen: Treten solche Fehler noch häufiger auf? Sind die Testergebnisse durch diese Meldungen nicht grundsätzlich in Frage gestellt?

Denn was passiert da gerade: Bundes- und Landespolitik haben vor acht Monaten festgestellt, dass es ernst ist und sich in ihrer Angstblase eingeschlossen, aus der sie Daueralarm schlagen. Begründet werden die fortwährenden harten Restriktionen mit den Infektionszahlen basierend auf Testergebnissen, bei denen spätestens nach den beiden genannten Meldungen doch erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit begründet sind. (...). Wie die Letalität bestimmen, wenn man die Anzahl der Infizierten gar nicht kennt? Wie die Quote positiver Tests, wenn eine erhebliche Menge davon gar nicht positiv ist? Sind die sich tatsächlich überall deutlich füllenden Intensivbetten tatsächlich Covid-19-Patienten oder wurde hier auch falsch getestet?

Aber: Politik und Medien haben es gern einfach, griffig und reißerisch. Also starrt man weiter nur auf Infektionszahlen (...), macht Sie zum Taktgeber des gesamten gesellschaftlichen Lebens und fährt Staatsfinanzen im Rekordtempo an die Wand, ruiniert ganze Wirtschaftszweige, entfernt Kultur aus der Gesellschaft, erstickt Sport, Geselligkeit und soziales Leben im Keim. Perspektiven für einen differenzierteren Umgang mit der Krankheit, die nun wohl dauerhaft Teil unseres Lebens ist und mit der wir angemessen und souverän umzugehen lernen müssen? Ein Umgang, der Risikogruppen schützt, ohne die ganze Gesellschaft in Gruppenhaft zu nehmen? Fehlanzeige.

Dabei gibt es inzwischen genügend anerkannte Experten, die solche Ideen haben (Streeck, Gassen, Schmidt-Chanasit, usw.). Eine Politik, die so wenig differenziert handelt, wird ihrer Verpflichtung dem Gemeinwohl gegenüber in keinster Weise gerecht, versündigt sich an unzähligen Existenzen und bekommt früher oder später die verdiente Quittung präsentiert. Und die vierte Macht im Staate, die Medien? Sie schaffen es nicht, solche Ungereimtheiten wie eben falsche Testergebnisse sauber auszurecherchieren und damit das Maß an Transparenz zu erzeugen, das wir für eine dauerhafte Akzeptanz von einschneidenden Maßnahmen zwingend brauchen. Währenddessen entsteht unermesslicher Schaden an allen Fronten. Es ist nur noch zum Verzweifeln.

Friedrich Lange, Mögglingen

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