Lesermeinung

Fehler in der Energiepolitik

Zum Leitartikel „Um jeden Preis“ von Igor Steinle:

Herrn Steinles Richtung scheint in die atomare Energie zurückzugehen. Gutachterliche Argumente dafür gibt es viele, aber auch dagegen. Doch was tun Leser:innen nun damit? Nehmen wir z.B. das Handeln und die Folgen daraus vor. Das grüne Bundes-Ministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und

Verbraucherschutz (BMUV) und insbesondere Minister Robert Habeck haben im letzten halben Jahr kaum eine der sogenannten grünen ideologischen Grenzen stehengelassen. Bei den Energien konnten sie uns deshalb bis jetzt nicht aus den Fängen undemokratischer Ländern befreien. Wir bleiben - dank der

Regierungsarbeit der letzten 20 Jahre - weiterhin erpressbar. Auch bei den Forderungen zum Weiterbetrieb/erneutem Ausbau von AKWs ginge der Weg zurück in vergleichbare Zwänge. Wer angesichts der französischen AKW-Problemen oder der

nach wie vor ungelösten Endlagerfrage für Atommüll den Weiterbetrieb/Ausbau fordert, fährt wie mit Vollgas unsere Kinder in den Abgrund. Wird der Strom aus AKWs nachhaltig günstiger? Schauen wir nach Österreich. Dort kostet die kWh ÖKO-Strom 12 Cent (incl. 20%MwSt). Warum? Weil fast 90% des Stroms mit Wasserkraft erzeugt wird. Österreich hat sich daran orientiert, welche Grundlagen sie zur Stromproduktion selbst besitzen. Und was haben die letzten deutschen Regierungen an Orientierung gehabt? Gewinnmaximierung für Wenige und „Um jeden Preis“. Und da sind wir wieder bei der Ausgangsfrage. In welche Richtung wollen wir für unserer Kinder steuern, wenn wir erkennen, dass das bisherige Handeln die Energiepreise hochgetrieben hat, nicht zukunftsfähig war und auch nicht ist?

Peter Kuch

Westhausen

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