Lesermeinung

Genau hinsehen bei Baugebieten

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zu „Tumult im Saal wegen Baugebieten“, SchwäPo vom 29. April

Sieht man von der emotionalen Seite des Sitzungsverlaufes ab, deren Verantwortung sicher aufseiten der Verwaltung wie der anwesenden Bürger lag, bleibt die Frage zu stellen, auf welcher Daten- und Prognosebasis solche weitreichenden kommunalen Entscheidungen gefällt werden. Dazu hörte man von der Verwaltung in der Sitzung nichts.

Warum? Verfügt man überhaupt über eine solche oder benötigt man sie wegen der großzügigen finanziellen Ausstattung der Gemeinde Wört nicht?

Fakt ist, dass sehr wohl – nicht nur von den betroffenen Anwohnern – erhebliche Zweifel an diesem Vorhaben der Verwaltung angebracht werden müssen. Seit Jahren diskutiert man mit interessierten Bürgern über eine zukunftsgerichtete Dorfentwicklung. Workshops wurden abgehalten, Ideen von Bürgern aufgenommen.

Berücksichtigung fanden sie in den letzten Jahren nicht. Die Verwaltung mit Bürgermeister Saur allein gibt die Marschrichtung vor. Das ist im Grundsatz nicht zu kritisieren, fragt sich nur, welche Marschrichtung. (...)

Der Fokus sollte in Wört eher auf die Verhinderung der Ausblutung des Dorfkerns gelegt werden. Viele Häuser stehen dort heute schon leer, weitere folgen in den nächsten Jahren.

Diese Problemlösung ist jedoch für die Verwaltung ein eher anstrengender Prozess, der von vielen Gesprächen, Verhandlungen und Moderationen geprägt ist, als die schnelle Erschließung großer naturnaher Flächen. (...)

Dazu braucht man aber auch keinen Gemeinderat unter Druck zu setzen, wie in dieser Sitzung geschehen. (...) Wört darf sich nicht das nächste überdimensionierte Projekt leisten!

Dr. Josef Rettenmeier

Wört

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