Lesermeinung

Genderdebatte gleitet ab

Zum Thema: Benennung von Straßennamen nach Frauen.

In der Meinungsumfrage zur Präferierung von Frauen bei der Benennung von Straßennamen haben sich die Fraktionsvorsitzenden des Aalener Gemeinderats unisono zu deren Gunsten positioniert bis auf den Sprecher der AfD, die nicht auf den Genderzug aufzuspringen bereit ist. Kurios, ja geradezu widersprüchlich erscheint mir dabei, dass bei dieser Pro Frauen - Initiative keine einzige Vertreterin zu Wort kommt, ganz zu schweigen von der befremdlichen Tatsache, dass das weibliche Geschlecht in Sachen Fraktionsvorsitz bisher außen vor blieb und sich einer zumindest numerischen virilen Vorherrschaft beugen musste. Die unnötige Diskussion über Straßennamen zeigt, dass die leidige und mittlerweile zweckentfremdete Genderdebatte ins Triviale abgleitet und karnevaleske Züge trägt. Um jedwedem Missverständnis vorzubeugen: Diese Meinungsäußerung ist nicht Ausdruck (...)  antifeministischer Vorurteile, Frauenpower-Amazonen inbegriffen. Auch meldet sich hier kein dezidierter Gegner einer Frauenquote zu Wort, solange diese gesellschaftsrelevant ist (...). Und warum sollten anerkannte weibliche Koryphäen (...)  nicht die ihnen gebührende Wertschätzung in der (...)  Erinnerungskultur erhalten, also auch auf öffentlichen Plätzen und in Straßennamen? Allerdings führen banale, phantasielose und niveaulose Bezeichnungen wie Frida Heilbronn-Sraße jeden Geschlechterdiskurs über Straßennamen ad absurdum. Übrigens: Wie werden passionierte Ornithologen auf eine solche „Namensrevolution“ wohl reagieren?

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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