Guten MorgenManfred Moll über die Segen der modernen Technik

Gezwitscher und Gezirpe

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molli

Manfred Moll über den gescheiterten Versuch, eine Handy-App zu überlisten

Auf dem Campingplatz in Frankreich ist man mitten in der Natur. Dort zwitschert’s lebhaft. Hm, vielleicht eine Mönchsgrasmücke? „Ein kleiner Vogel mit großer Klappe“, kommentiert der Camper. „Mit großer Stimme“, korrigiert die Camperin. Auch für solche Lebenslagen gibt es heute eine Handy-App, die Klarheit bringen kann. Zum Beispiel „Bird-Net“: Gezwitscher aufnehmen, abschicken, und sofort online das Ergebnis erhalten. Aber das Grundgeräusch der Grillen ist zu dicht. Die Zikaden zirpen so zermürbend, dass der kleine Vogel keine Chance hat, mit seiner großen Stimme akustisch durchzudringen. Muss der Mensch ran. Ich gebe einen gutturalen Pfeiflaut von mir, der aus der Schule von „Frau Professor“ Stefan Hentze stammt, ein guter Lehrer damals. „homo sapiens“, urteilt die App zutreffend. „Schwäbischer Mollvogel“ konkretisiert die Camperin. Von großer Stimme hat sie nichts gesagt.

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