Lesermeinung

Gier vor Menschenverstand

zu: „Hensoldt-Ansiedlung eine Hürde weiter“ vom 15.Februar

Es ist für mich immer noch erstaunlich, dass „Geld“-Gier vor gesundem Menschenverstand geht. Die Stadt Oberkochen versiegelt immer mehr Flächen ohne an die Folgen für die Stadt, die Bevölkerung, die Firmen und die Gebiete entlang der schwarzen Kocher auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Wird es von der Verwaltung und ein Großteil der politisch Verantwortlichen in Oberkochen und Königsbronn als Erfolg gefeiert, dass „nur“ 33.000 m² dem Naturhaushalt entzogen wird. Gleichzeitig wird ein Kreisel für 15 Millionen Euro gebaut, um noch mehr motorisierten Individualverkehr in das enge Tal der Kocher und Brenz zu ziehen. Beide Maßnahmen, die Hensoldt-Ansiedlung und der Kreisel, werden zu einer massiven Versieglung des wertvollen Gutes „Boden“ führen. Nicht nur dass der CO2-Speicher Boden verloren geht, sondern die Landwirtschaft wird auf immer weniger Fläche zur Erzeugung hochwertiger Lebensmittel zurückgedrängt. Was aber Planer und die Politik vergessen, durch die weitere massive Versiegelung steigt im Zuge der Klimakrise die Hochwassergefahr. Gerade in diesem engen Tal steigt die Gefahr enorm und nicht nur für die Bevölkerung und Firmen in Oberkochen, sondern auch in besonderem Masse für alle in Richtung Aalen. Aber so weit wird nicht gedacht. Aus dem Hochwasser im Ahrtal scheint man in Oberkochen und Königsbronn nicht lernen zu wollen.

Werner Gottstein

Bopfingen

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