Lesermeinung

Hotel kostet Existenzen

Zu den Stadthallen-Plänen der Stadt Ellwangen:

Für den OB möge es sich als Emotionen darstellen, für die Betroffenen dagegen sind es Existenzängste. Ellwangen hat katastrophale Übernachtungszahlen (...). Dabei bedeutet der angestrebte Hotelneubau eine Erhöhung der Schlafmöglichkeiten in Ellwangen um bis zu 10 Prozent. Woher der dazu notwendige Tourismuszuwachs kommen soll, ist unerklärlich! All das auf städtischem Grundstück und mit dubioser Vorgehensweise (...).

Unter dem Deckmantel „Landesgartenschau“ wird mal eben kurz ein Bebauungsplan zugunsten eines umstrittenen Investors für eine gewerbliche Nutzung geändert und der eigentliche Standort für eine neue Stadthalle aufgegeben. Dabei sind die vollumfänglichen Forderungen und Bedingungen des Investors unbekannt und werden vermutlich im stillen Kämmerlein verhandelt. Das hat mit fairem Wettbewerb nichts zu tun und wird Existenzen kosten! (...)

Fakt ist, mit dem Bau des Tagungsforums wird die Stadthalle ersatzlos abgerissen. Diese Tatsache wird bis heute den Ellwanger Bürgern vorenthalten. Mit dem Abriss der Stadthalle wird ein weiterer Teil der Ellwanger Kultur sterben. Brauchtumsveranstaltungen wie die Prunksitzungen des FCV müssen vermutlich in umliegenden Ortschaften verlegt werden, insofern es dort überhaupt freie Kapazitäten gibt.

Wo der FCV zukünftig trainieren wird und bis wann die Stadthalle noch genutzt werden kann, geschweige denn über die Pläne des Tagungsforums wurde der FCV nicht informiert! Gleichzeitig sollen die Ellwanger Vereine und Bürger „den Geist der Landesgartenschau“ mittragen. Bleibt abzuwarten, ob das bei solchen Vorgehensweisen der Fall sein wird.

Karsten Mühleck

Inhaber Hotel Rose Ellwangen-Schrezheim

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