Lesermeinung

Immer nur platte Parolen

Zu den Artikeln „Gottesglauben wider den Zeitgeist“ und „Lautstark gegen 'die Ewig-Gestrigen'“, erschienen in der Tagespost am Montag, 24. Oktober:

Es ist gut, dass diese beiden Artikel übereinander stehen. So kann jeder selbst darüber entscheiden, welchen „Geist sie atmen“. Wer den Kongress miterlebt hat und wer schon beim „Marsch für das Leben“ in Berlin war, der wird bestätigen können, dass es dort ganz zentral um die Frauen geht und um ihr Wohl. Auch Frauen, die ungewollt schwanger werden, leben nicht auf einer Insel. Sie werden mit den Erwartungen ihres Umfelds konfrontiert (...). Eine freie Entscheidung ist an der Stelle häufig eine Illusion und die scheinbar einfachste Lösung erweist sich immer wieder als Scheinlösung, denn häufig fangen danach die Probleme in der Beziehung und die psychischen Belastungen, die Frauen nach einer Abtreibung erleben, erst an. Die vermeintliche Freiheit, die sich manche hier erträumen, wird letztlich vor allem zur Freiheit für den Kindsvater, der sich bequem aus der Verantwortung stehlen kann, indem er sie auf die Frau abwälzt, die ja schließlich die Möglichkeit hätte, „das Problem aus der Welt zu schaffen“. Leider sind es auch auf Seiten derer, die sich für ein Recht der Geborenen einsetzen, über eine Beendigung des Lebens der Ungeborenen zu entscheiden, immer wieder die gleichen Behauptungen und platten Parolen. Nach dem Motto willst du nicht mein Bruder sein, dann schimpf ich dich ein Nazischwein (...). Da hilft nur noch mit Gerhard Raff zu rufen: „Herr schmeiß Hirn ra.“

Ganz dünnes Eis ist es auch, auf dem sich Frau Breymaier bewegt. Offensichtlich hat sie die Rechtsordnung (...) noch nicht so richtig verinnerlicht, denn ein Recht auf Abtreibung, das sie meint verteidigen zu müssen, gibt es nach unserer Rechtsordnung nicht. (...)

Noch ein Wort zu dem „die Ewig-Gestrigen“: Scheinbar leiden die, die solches über andere behaupten, unter einer fundamentalen Geschichtsvergessenheit, denn das was sie für den größten Fortschritt halten, kannten schon die antiken Römerinnen und es war in der Tat ein Fortschritt, als das Christentum aufkam und die Achtung und Wertschätzung alles Lebens vertrat und praktizierte. Ewig gestrig scheint es mir auch, wenn alles versucht wird, um diejenigen, die eine andere Meinung vertreten, mundtot zu machen und niederzugrölen.

Bernhard Kolb

Lorch

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare