Lesermeinung

Industrie versus Natur

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Zum Thema „Naturschutz“:

In fast jeder Rede bei fast allen Politikern und Politikerinnen kommen derzeit diese Worte vor: Nachhaltigkeit, Klimaneutralität, Artenschutz und dass es gaaaanz arg wichtig ist, „für die zukünftigen Generationen“ dafür zu sorgen, dass es auf diesem Planeten nicht noch wärmer wird. (...) Besonders bedrückend (...) ist in diesem Zusammenhang das Eintreten der SPD-Bundestagsabgeordneten Leni Breymaier für den geplanten Hensoldt-Standort in Oberkochen: 88 000 Quadratmeter Ackerland werden erschlossen für ein neues Industriegebiet. Besonders bedrückend auch deswegen, weil fruchtbarer Boden für einen Rüstungskonzern geopfert werden soll. Waffen schaffen nicht Leben. Bauern erhalten und sichern Leben. Es gehe bei ihrem Engagement für die Rüstungsschmiede, sagt MdB Breymaier, um Arbeitsplätze. (...)

Fakt ist auch noch dies: Das Kocher-/Brenztal (...) ist schon jetzt übervoll mit Industrieparks (...). Wie man tagtäglich am Verkehr auf der B 19 erleben kann. Stau, Lärm und Gestank. Dass nun die Gemeinde Königsbronn ihren Bürgern in diesen Tagen ein Tütchen mit Wildblumen-Saatmischung spendiert (Projekt Königsbiene) und diese 44 000 Euro teure Öko-Placebo-Aktion als „Artenschutz“ anpreist, aber gleichzeitig gegenüber des riesigen Zeiss-Areals und in Sichtweite des geplanten Hensoldt-Areals ein riesiges Industriegebiet ausweist und so wieder einmal nicht nur wertvolles Ackerland, sondern durch diesen Flächenfraß auch Jetzt-noch-Schönes in Für-immer-Beton-Hässliches verschandeln, das Klima anheizen und somit auch die Königsbienen gefährden wird – das macht fassungslos.

Arno Luik

Königsbronn

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