Lesermeinung

Irreführende Impf-Praxis

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Zur Impfpraxis bei Corona:

Als Bürgerin dieses Landkreises fühle ich mich zunehmend in die Irre geführt. Im überregionalen Teil dieser Zeitung lese ich, dass Termine für den Astrazeneca Impfstoff nicht wahrgenommen werden. Der Landkreis beklagt in einer Pressemitteilung, dass die Impfkampagne zu langsam vorankomme.

Ich bin 68 Jahre und hatte am 6. April im Impfzentrum Aalen einen Impftermin. Für diese Altersgruppe wurden kurz vor Ostern die Impftermine bereits freigeschaltet. Als ich mich an besagten Dienstag nach Ostern um 20.30 Uhr impfen lassen wollte, bestätigte man mir zwar die kurzfristige Freigabe für über 60-Jährige, schickte mich aber trotzdem ungeimpft nach Hause. Die Verordnung war über Ostern zurückgenommen worden. Ich gehe davon aus, dass der Impfstoff für mich bereit lag, zumal die Mitarbeiter vor Ort bestätigten, dass genügend Impfstoff von Astrazeneca vorhanden sei.

Inzwischen findet ein reger Impftourismus für, wohlgemerkt, immer zwei Termine, nach Rot am See, Heidenheim, Ulm usw. statt.

Die Verantwortlichen für das Impfzentrum im Ostalbkreis sind weder in der Lage, in Stuttgart zu bewirken, dass die Impfdosenverteilung dem Bevölkerungsanteil entsprechen, noch werden Impfdosen an anwesende, ursprünglich regulär Angemeldete, verimpft.

Bei dieser ganzen, unsäglichen Debatte vergessen einige, dass mit rasant steigenden Infektionszahlen immer mehr Menschen durch die Erkrankung für den Rest ihres Lebens gezeichnet werden und Menschen sterben müssen.

Claudia Seiler

Aalen

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