Lesermeinung

Kernkompetenz Arroganz

Zu: „Habek tut zu wenig“, SchwäPo vom 15. Juli

Auch einem Bijan Djir-Sarai scheint es sehr wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass die FDP mit Rot-Grün ja gar nicht koalieren wollte. Es scheint, als tue

die FDP alles, um die Koalition zu sprengen, indem sie gegen ihre Koalitionäre arbeitet, sie diskreditiert, zudem noch mit libertär-kubickischem Zynismus der Lächerlichkeit preiszugeben versucht. Indem ein Bijan Djir-Sarai etwa den Regierungspartner Habeck aus der jahrelang warnenden Partei, als Mitverantwortlichen für die jetzige Situation darstellt. Die FDP scheut sich auch nicht, die ihr anhaftenden Klischees mit voller Überzeugung dadurch zu bestätigen, dass man erst mal das Geld von den Langzeitarbeitslosen holen will. Das

Geld soll ja schließlich bei den Leuten (ihren?) bleiben. Ja, hinsichtlich solcher Maßnahmen tut ein Habeck wirklich zu wenig. Mit Verlaub, bei solchem Gebaren stellt sich schon die Frage, ob eine Partei mit angeborener Sozialschwäche eine Regierungsberechtigung hat. Zumal sie letztlich einer Wirtschaftslogik aus dem 18. Jahrhundert folgt und ihre Existenz gefühlt davon abzuhängen scheint, ob ihre Wählerklientel auf Autobahnen schnell genug fahren darf. Vielleicht sollte Herr Lindner, einer von der Wirtschaft bestbezahltesten Nebenerwerbspolitiker, doch lieber nicht, als schlecht FDP-regieren. Die letzten Landtagswahlen haben gezeigt, dass der Wähler-Markt auch das mit einer regierungsbeteiligten FDP

schneller „korrigieren“ könnte, als ihr lieb ist und sie sich dann bestenfalls - auch Marco Buschmann - wieder in oppositionelle Therapie begeben darf.

Berthold Erhardt

Abtsgmünd

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