Lesermeinung

Klare Regeln durchsetzen

zu: „Böse Erinnerungen an Erstickungstod in den USA“, SchwäPo vom 29. Januar

Zuerst möchte ich mal mein Befremden über den Titel ausdrücken, denn da wird auf den ersten Blick suggeriert, dass sich Polizeibeamte nicht korrekt verhalten hätten. Und erst in der Hälfte des Berichts wird allmählich klar, dass zwei Leute die sich (laut eigener Aussage) mit Alkohol und Drogen zugeknallt hatten, auf dem Lorcher Bahnhof

herumpöbelten und deshalb unter Anklage standen. Sie wurden von der Polizei höflich gebeten, sich auszuweisen und haben

als Reaktion darauf, fünf Polizisten verletzt. Der Angeklagte hat bei seiner Aussage nachweislich auch noch gelogen, indem er behauptete, ein Beamter hätte ihm das Knie in den Nacken gedrückt und damit quasi „unsägliche amerikanische Verhältnisse“ heraufbeschworen hat.

Und heute morgen lese ich im Online-Newsticker, dass zwei junge Polizisten bei einer Verkehrsroutinekontrolle erschossen wurden! Das wäre in den USA wahrscheinlich nicht passiert, denn dort wird der Polizei mit dem nötigen Respekt begegnet und ein Polizist darf sich im Notfall auch verteidigen – was ja in Deutschland offenbar „nicht verhältnismäßig“ ist.

Auf der einen Seite beschwert man sich in der Politik – angefeuert und unterstützt von den Medien - über die Verrohung der Gesellschaft, ist aber auf der anderen Seite nicht willens, klare Regeln aufzustellen und Regelbrecher auch rigoros zu sanktionieren. In Rheinland-Pfalz fahren heute die Streifenwagen mit Trauerflor. Das macht die jungen Gesetzeshüter aber auch nicht mehr lebendig.

Ulrike Bulling

Lorch

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