Lesermeinung

Kommerz steht im Fokus

Zum Thema: Die FIFA und die Fußballweltmeisterschaft 2022

„In wenigen Tagen ist die Fußball–WM Geschichte und gehört der Statistik. Bleiben wird allerdings ein bitterer Nachgeschmack, wegen sattsam bekannter Missstände im Ausrichterland. Vom Glanz, der unbeschwerten Freude und dem Spaß früherer WM–Turniere ist seit Russland 2018 nicht mehr viel übrig, weil der Fußball schon lange nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern nur noch Staffage und Mittel zum Zweck ist.

Diese Entwicklung ist kein Vertun oder Zufall, sondern hat System und Namen. Sepp Blatter hat in seiner 17-jährigen Präsidentschaft bei der FIFA vordringlich an seinem Machterhalt gearbeitet, die Gremien 'linientreu' durchorganisiert und mittels Zugeständnissen an die Konföderationen Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika und einzelner starker Landesverbände Abhängigkeiten geschaffen, auf die man bei Bedarf verlässlich zurückgreifen konnte. Zum Beispiel bei Wahlen personeller Art oder Vergabe von Veranstaltungen.

Gianni Infantino übernahm 2016 nicht nur Blatters Amt, sondern auch sein System und dessen Machenschaften. Er perfektionierte es und führte die FIFA dorthin, wo sie heute steht, in die Unglaubwürdigkeit, dass Fußball ihr Kerngeschäft ist. Der finanzielle Kommerz steht im Fokus.

Getreu dem Motto: Macht(-missbrauch) und Geld regiert die Fußballwelt. Wenn man dann noch die Korruption (...) dazu nimmt, ist das Geschäftsmodell der FIFA ziemlich treffend beschrieben. Katar kauft sich schon seit Jahren in den Spitzensport ein, um das Land politisch aufzuwerten. Natürlich auch in den Fußball. Das Eintrittsgeld stimmte. Katar bekam seine Bühne und alles andere interessierte nicht. Man kann nur hoffen, dass angesichts der aktuellen Vorgänge in Europäischen Parlament dem zwielichtigen Emirat Einhalt geboten wird.“⋌Günter Kallis, Aalen

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