Lesermeinung

„Länd“-Kosten anders nutzen

Zur Werbung „The Länd“ von Baden-Württemberg:

Das Geld liegt wohl auf der Straße in „the Länd“, wenn ich mir diese teure Werbung ansehe. Ressourcen werden verbraucht, unsägliche Mittel genutzt, um diese Riesenplakate zu produzieren, sie zu platzieren und um sie später wieder zu entsorgen. Was dann allein später die Entsorgung kostet, aber gegessen und bemerkenswert, in dem von mir hier angesprochenen, folgenden Zusammenhang:

Im Juli dieses Jahres hatten wir vom Paletti e.V. ein interessiertes Gespräch beim Besuch einer Vertreterin dieser Landesregierung des Sozialministeriums, der Staatssekretärin Frau Dr. Leidig. Sie und eine von hier gewählte Vertreterin im Landtag, Frau Martina Häusler, informierten sich über unser Tun und die Gruppenaktivitäten, die wir durch ehrenamtliche Arbeit bereitstellen. Dort arbeiten ehrenamtlich viele hilfsbereite Aktive im Bereich Integration durch Begegnung, Bildung und Beteiligung. Durch Eigeninitiative und mithilfe ehrenamtlichen Engagements gibt es in Gmünd seit 2018 diese Kulturbegegnungsstätte. Das Ziel: die Schaffung von niederschwelligen, unkomplizierten Begegnungsmöglichkeiten für Einheimische und neu zu gewanderte Menschen aus aller Welt. Dort sind Gmünder und Menschen aus vielen Ländern in ihrer Integration durch Beteiligungsmöglichkeiten gefördert. Es gibt nicht nur kulturelle Veranstaltungen, wo jeweils verschiedene Länder vorgestellt werden. Wir organisieren und bieten Sprachkurse durch Muttersprachlinnen, offene Bildungs- und Kreativangebote. Für unsere Besucher ist das Angebot kostenlos und das ist uns wichtig. Das gelingt bisher dadurch, da wir durch Essens- und Kaffee/Kuchen-Verkauf unsere Betriebskosten bezahlen können.

In vielen Bereichen werden die Möglichkeiten und Energien dieser Ehrenamtlichen genutzt. Bereits ausgebildete Fachkräfte aus anderen Ländern anwerben? Diese gibt es hier im Länd, sie brauchen mehr oder weniger Hilfen, damit sie ihre Kenntnisse und Berufserfahrungen einbringen können. Hier im Paletti sind durch ehrenamtliche Mitarbeit Einstiegserfahrungen und durch Einbringen deren Kenntnisse in bestimmten Bereichen, gesellschaftliche Beteiligung möglich.

Aber schade, wir bekommen bisher keine verlässliche und konstante Finanzierung für unsere Aktivitäten. Hin und wieder Projektfinanzierungen, Spenden von Privatpersonen, der Stadt, von Betrieben, dem Landratsamt oder Banken für einzelne Projekte. Da wäre finanzielle Unterstützung durch das Sozialministerium eine große Hilfe und für unser Länd haushaltstechnisch Peanuts (um in diesem Sprachgebrauch zu bleiben). Ein weiteres Gespräch über Fördermöglichkeiten wurde uns zugesagt, kam bisher noch nicht zustande. Im Sinne von Integration wäre es vorbildlich und ein gutes Zeichen, damit es in the Länd weiterhin bunt und vielfältig zugehen kann. Aber nicht nur unser Projekt. Bestimmt ließen sich für 21 Millionen noch andere sehr sinnvolle Dinge finanzieren, z.B. kostenlose ÖPNV-Tickets für einen bestimmten Personenkreis oder kostenlosen Kindergartenbesuch. Damit die frühe Bildung nicht vom Einkommen der Eltern abhängt!

Angelika Grimmbacher,

Schwäbisch Gmünd

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