Lesermeinung

Lambrecht hat Kredit verspielt

Zum Thema „Verteidigungsministerin Christine Lambrecht“:

Mit ihrem völlig deplatzierten Silvester-Video hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht wieder einmal den Bogen überspannt und ihren letzten Kredit verspielt. Jedenfalls war ihre Neujahrsbotschaft via Instagram der Gipfel an Takt- und Instinktlosigkeit, ein an Zynismus kaum zu überbietender schnöder Affront gegenüber den durch tägliche Horrorszenarien traumatisierten Menschen in der Ukraine. Was muss in deren Köpfen angesichts der übermittelten Bilder von die Silvesternacht gespenstisch erhellenden Feuerwerkskörpern und dröhnenden Böllerschüssen vorgegangen sein? Bekanntlich war dies nicht der einzige Fauxpas der Ministerin, wie der als Dienstreise deklarierte Trip nach Sylt mit einem Helikopter-Taxi der Bundeswehr an der Seite des liebevoll umsorgten Muttersöhnchens offenbarte. Ganz zu schweigen von dem blamablen Flop mit dem Schützenpanzer Puma. Was die dem Quotendiktat und Parteienproporz geschuldete Fehlbesetzung des Verteidigungsministeriums angeht, so markiert Lambrecht in der Nachfolge von Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer, die ihr Ressort mehr schlecht als recht verwaltet haben, den vorläufigen Tiefpunkt. Das Trio steht für fachliche Inkompetenz, eklatante Kommunikationsdefizite und desaströse Außendarstellung.

Das Ministerium gehört in die Hand von Bundeswehr erfahrenen Männern vom Schlage des früheren Reserveoffiziers Manfred Wörner oder eines Roderich Kiesewetter (Verteidigungsminister in spe?), die, ausgestattet mit dem Stallgeruch einer Wehrdienstvergangenheit, von der Pike auf den Kasernenmief verspürt haben. Daher, Herr Scholz: In wie viele Fettnäpfchen darf Christine Lambrecht noch treten, wie viel Porzellan darf sie noch zerschlagen? (...)

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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