Manchmal muss man verzichten

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Zum Thema Halloween in Corona-Zeiten: So etwas hat es seit dem letzten Krieg nicht gegeben, sagen viele alte Menschen zur Corona-Pandemie und ihren Konsequenzen.

Zum Thema Halloween in Corona-Zeiten:

So etwas hat es seit dem letzten Krieg nicht gegeben, sagen viele alte Menschen zur Corona-Pandemie und ihren Konsequenzen. Damals mussten alle und vor allem die Kinder auf Vieles verzichten. Hunger und Angst prägten ihre Kindheit. Verzicht statt Spaß war an der Tagesordnung. Meine (Nachkriegs-)Generation hat diese Zeit glücklicherweise nicht erleben müssen. Uns ging es Jahr für Jahr besser, immer seltener mussten wir auf etwas verzichten. Dafür sind wir dankbar.

Heute leben wir im Überfluss, sowohl was die Ernährung angeht als auch die Freizeitgestaltung. Verzicht ist, mit wenigen Ausnahmen, für den Großteil der Bevölkerung ein Fremdwort. Da mutet es seltsam an, wenn dazu aufgerufen wird, den Kindern nach dem ausgefallenen Fasching auch noch den "Halloween-Spaß zu vermiesen".

Als Opa gönne ich meinen Enkeln und jedem Kind seinen Spaß und habe selbst meine Freude daran. Doch gibt es Zeiten, wo man eben auf etwas verzichten muss. Wann, wenn nicht jetzt, kann man den Kindern besser erklären, dass und warum sie gerade auf diese Art Spaß verzichten und statt dessen andere Möglichkeiten zum Spielen und Spaß haben nutzen sollten, durch die andere Menschen nicht gefährdet werden. Wenn Kinder nicht lernen, dass man hin und wieder Verzicht üben muss, dann muss es nicht wundern, dass Erwachsene in Situationen, wie wir sie gerade erleben müssen, auf manche ihrer Gewohnheiten nicht verzichten können. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Kann es sein, dass darin eine Ursache der steigenden Corona-Infektionen liegt?

Günter Mezger

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