Lesermeinung

Maria Magdalena ist glaubwürdiger als Petrus

Zum Artikel: „Weder romantisch noch teuflisch“, erschienen in der Gmünder Tagespost am 14. März:

Zum Artikel: „Weder romantisch noch teuflisch“, erschienen in der Gmünder Tagespost am 14. März:

Danke für die ausführliche und informative Berichterstattung zur Labor im Chor-Veranstaltung von Maria 2.0, bei der Maria Magdalena im Fokus stand. „Entblättert“ werden müssen die Mythen um sie, wie die Verfasserin des Artikels es treffend formuliert hat, damit kein falsches Bild der Heiligen bleibt. So wie auf dem Katzenstein-Gemälde, das zur Zeit der Schwäbisch Gmünder Öffentlichkeit präsentiert wird. Es zeigt große Kunst, indem es Themen des Barock auf interessante Weise inszeniert. Doch der dargestellten Maria Magdalena wird es leider in keiner Weise gerecht, sondern es bildet theologisch gesehen reine Fiktion ab.

Um eine im Artikel entstandene Ungenauigkeiten zu klären: Nicht Jesus, sondern Papst Franziskus nannte Maria Magdalena „Apostelin“, die katholische Kirche hat insofern bereits dazugelernt und Maria Magdalena vom Ruf der „Sünderin“ befreit, der ihr im Lauf der Kirchengeschichte angehängt wurde und der sich zu ihren Ungunsten verfestigt hatte. Keine Kleinigkeit! Die wichtigste Frau an Jesu‘ Seite war zu einer Prostituierten herabgewürdigt worden, die Vorbild im Büßen für fromme Gläubige wurde. Nichts davon gibt aber die Bibel nach kritischem Studium her.

Selbstverständlich ist die Bibel das entscheidende Fundament, um der Forderung nach dem Priestertum für Frauen in der katholischen Kirche Nachdruck zu geben: Als Erstzeugin der Auferstehung ist Maria Magdalena glaubwürdiger als die männlichen Jünger samt Petrus. Hätte man diesen im Lauf der Zeit zu einem Zuhälter degradiert, es wäre in etwa vergleichbar der üblen Rufschädigung, die Maria Magdalena widerfahren ist.

Es ist Zeit für ihre volle Rehabilitation und als Konsequenz daraus für den Zugang zu allen Ämtern für Frauen in der katholischen Kirche. Ein kleines Signal in die richtige Richtung war übrigens die Beauftragung von Pastoral- und Gemeindereferent/innen mit der Spendung der Taufe im Bistum Essen. Begründung: Das männliche Priesterpersonal wird knapp und der Nachfrage nach würdigen Tauffeiern kann sonst nicht mehr nachgekommen werden.

Marie Baumann,

Bettringen

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