Lesermeinung

Meinungsvielfalt ist wichtig

Zu den „Spaziergängern“:

Jeden Montag werden es mehr. Sie gehen durch unsere Straßen, äußern sich kaum, „schimpfen statt impfen“ und sind uns lästig. Was wollen die eigentlich, lesen wir in der Zeitung. Nun – ist die Frage wirklich so schwer zu beantworten? Meinungsvielfalt ist das Fundament einer Demokratie. Und sie sucht sich ihren Weg. Gerade in medizinischen Angelegenheiten ist uns die Zweitmeinung mitunter wichtig. Wenn es um mehr geht als einen Schnupfen, vertrauen wir unserem Arzt dann doch nicht und holen eine Zweitmeinung ein. Das ist legitim. War es bisher immer. Vor der Pandemie.

Aktuell fällt es schwer, zu glauben, dass eine Zweitmeinung gewünscht ist, wenn sie denn anders ausfällt, als der Mainstream zulässt. Politik, Wissenschaft und Medien scheinen auf eine besondere Weise geeint zu sein. Nur nicht abweichen. Die Gefahr ist zu groß. Angst ist da. Gebannt starren wir auf die neuesten Inzidenzen. Und nun spazieren die Lästerer durch die Straßen und sind uns lästig. Vielleicht weil wir tief innen spüren, dass sie stellvertretend auch für uns spazieren, um zu zeigen, es gibt sie noch, die Zweitmeinung, dass die Dritt- und Viertimpfung vielleicht doch nicht alternativlos ist?

Meinungsvielfalt, wenn sie anderswo nicht wahrgenommen wird, sucht sich ihren Weg. Vielleicht weil wir sie in der Tageszeitung so schmerzlich vermissen? Also vielleicht spazieren Sie auch für Sie, liebe Medienverantwortliche?

Jürgen Schad,

Schwäbisch Gmünd

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare