Lesermeinungen

Moralkeule als Werkzeug

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Zu den geplanten Demos im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: Zur Stimmungsaufhellung der lieben Kinder, die dieser Tage im Haus eingesperrt sind, hat sich Ministerpräsident Kretschmann etwas Originelles einfallen lassen:

Zu den geplanten Demos im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie:

Zur Stimmungsaufhellung der lieben Kinder, die dieser Tage im Haus eingesperrt sind, hat sich Ministerpräsident Kretschmann etwas Originelles einfallen lassen: Er liest aus dem Kinderbuch "das Grüffelo". Wahlweise kann man im Internet die Vorlesestunde des lieben Onkels auf Hochdeutsch anrufen – oder für "native Speaker" in Oberländer-Schwäbisch.

Der erste Eindruck des Ganzen ist durchaus sympathisch. Bei genauerem Hinsehen ist es entlarvend: Das Kinderbuch erzählt eine Geschichte, bei der die Moral nichts anderes eindrucksvoll vor Augen führt, als wie man durch Verbreitung von Angst sein Umfeld wirkungsvoll manipuliert.

So ist es doch wunderbar beispielhaft für die Politik unserer Zeit und speziell für die Haltung so mancher in der Coronakrise. Ein Aufruf der Grünen Stadträte Ina Neufeld und Steffen Suer passt dazu. Ein "Aufschrei" gegen zu schnelle Lockerungen der derzeitigen Einschränkungen soll Inhalt der Aktion sein. Also hier auch die Motivation "Angst".

Argumentiert wird selbstverständlich anders. Die bekannte Moralkeule ist verlässliches Werkzeug jeglicher Bedenkenträger. Doch diese Zeiten brauchen meiner Meinung nach etwas anderes: Mut und Zuversicht sind gefragt. Unternehmer, die trotz unsicheren Aussichten investieren. Mitarbeiter, die trotz eines Risikos einer Ansteckung morgens das Haus verlassen und ihr Tagewerk verrichten.

All den Tätigkeiten, die im Stillen, ohne medienwirksamen Applaus geschehen, sei Dank. Wir müssen den Blick nach vorne richten und uns trauen! Mut wird belohnt, Angst ist ein schlechter Ratgeber!

Fabian Wolf

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