Lesermeinung

Nachhaltige Heißluft

Zum Artikel „Aktionen für Klimaschutz in Gmünd“, erschienen in der GT am 31. August:

Es gibt ein Sprichwort: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. So geht das nun schon, seit es in Gmünd das Amt für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung gibt. Eine Scheinaktivität jagt die nächste. Nur ja nicht mit dem realen Klimaschutz wirklich in Berührung kommen. Man müsste den Machern in der Tat dringend empfehlen, endlich mal in der ARD Mediathek die Sendung mit der Maus zum Thema Klimaschutz anzuschauen. Dann wüssten sie endlich, worum es geht. Ein Sommer wie der heurige reicht allein wohl nicht. Brennende Wälder, verdorrte Felder, Zunahme der Hitzetoten, Überschwemmungen und Starkregen allerorten. Der Rhein ist nicht mehr schiffbar und das Trinkwasser droht knapp zu werden. Und in Schwäbisch Gmünd werden die Aktionswochen zur Nachhaltigkeit und für den Klimaschutz fast als neues Weltwunder gehandelt. Klar sind viele alternative Teilnehmer mit im Boot.

Aber nirgendwo geht es um die für unsere Stadt wirklich existenziellen Themen. Die überhitzte Innenstadt, ein Grünflächenkonzept, die Fassadenbegrünung, die Baumpflanzaktionen, die Schwammstadt-Wasserkonzepte, Photovoltaik, Hausdämmung, die Hitzetoten usw. Die angekündigten Veranstaltungen muten an wie die Verlängerung des Gsälz-Festes, halt unter dem Begriff Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Und dabei könnten die Verantwortlichen doch in der gleichen Zeitung auf der dritten Seite lesen, was hitzegeplagte Städte wirklich brauchen könnten. Aber das Amt sucht ja derzeit nachhaltig nach einem Klimaanpassungsmanager. Erst wenn dieser 2023 dann vielleicht kommt, wird er sicher das vorschlagen, was heute ohnehin schon jeder mit ein bißchen gesundem Menschenverstand weiß. Gmünd müsste sich dringend rüsten für die kommenden Heißzeiten. Immerhin hätte der Gemeinderat bis dahin Zeit, endlich einmal nachzufragen, was dieses neue Amt wirklich zum Klimaschutz beigetragen hat. Bis heute scheint mir viel Heißluft dabei zu sein.

Jo Frühwirth

Schwäbisch Gmünd

Zurück zur Übersicht: Leserbriefe

Kommentare