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Neues Feindbild gefunden

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Zum Corona-Protest in Schwäbisch Gmünd: Mit den Corona-Kritikern haben die Jungsozialisten ein neues Feindbild gefunden, an dem Sie ihre Besorgtheit um den demokratischen (Dis-)Kurs in unserer Gesellschaft demonstrieren können.

Zum Corona-Protest in Schwäbisch Gmünd:

Mit den Corona-Kritikern haben die Jungsozialisten ein neues Feindbild gefunden, an dem Sie ihre Besorgtheit um den demokratischen (Dis-)Kurs in unserer Gesellschaft demonstrieren können. Schnell ist die Schublade gefunden, in die die kritischen Geister dieser Bewegung hineinzustecken sind: Verschwörungstheoretiker, Berufsquerulanten, Spinner und Rechtsextreme.

Da ist es nicht mehr nötig, sich noch ein Bild von den tatsächlichen Beweggründen der Demonstranten zu machen, indem man zum Beispiel mal mit ihnen spricht oder eine Kundgebung besucht. Dort hätte man nämlich feststellen können, dass da Menschen mit ganz unterschiedlichen Haltungen zusammenkommen, die einfach zeigen wollen, dass ihnen Freiheit und Selbstbestimmung wichtig sind und die diese Werte gerade in Gefahr sehen. Wie immer bei Versammlungen ist das Spektrum riesig und es sind auch einige Teilnehmer dabei, die verquasten Theorien anhängen. Diesen wurde aber zumindest in Schwäbisch Gmünd keinerlei Redezeit gegeben, vielmehr erfolgte durch die Sprecherin gleich im zweiten Satz ihrer Rede eine Distanzierung von jedweden Verschwörungstheorien und politischen Ausrichtungen. Ein legitimes Anliegen wird nicht dadurch illegitim, weil einige schräge Vögel mitmachen. Das weiß auch die SPD: Regelmäßig wird am 1. Mai der so wichtige "Tag der Arbeit" von Linksautonomen zum Anlass für Randale genommen. Das hat sie bisher (zum Glück) nicht davon abgehalten, an diesem Tag weiter für Arbeitnehmerrechte einzutreten. Nur noch perfide und diffamierend sind dann Leserbriefschreiber, die in ihren Beiträgen die Organisatorin der Gmünder Kundgebung namentlich in die Nähe von Rechtsextremisten rücken. Man kennt das ja: Andere Meinungen werden an den Pranger gestellt und schon geht es nur noch um die politische Einordnung der Proteste, nicht mehr um deren Inhalt. Bleibt nur zu hoffen, dass genug aufmerksame Bürger ein solch intolerantes Gebaren durchschauen und sich weiter trauen, für ihre Meinung geradezustehen.

Friedrich Lange

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