Nicht nur in Pandemiezeiten

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Zur Corona-Pandemie: Gerade in der letzten Zeit, in der sich Mitteilungen über Lockdown, Impfungen und Demonstrationen fast überschlagen, ist mir etwas aufgefallen, was momentan gehäuft auftritt, aber auch generell bedenkenswert ist.

Zur Corona-Pandemie:

Gerade in der letzten Zeit, in der sich Mitteilungen über Lockdown, Impfungen und Demonstrationen fast überschlagen, ist mir etwas aufgefallen, was momentan gehäuft auftritt, aber auch generell bedenkenswert ist. 1. Man kann es nie allen recht machen. Alle Entscheidungen, die getroffen werden, werden in irgendeiner Gruppe auf Widerstand treffen. Dies gilt auch für meine Gedanken in diesem Leserbrief. Ich kann nur die Lektüre der Geschichte "Der seltsame Spazierritt" von Johann Peter Hebel empfehlen, die auf eine Fabel von Äsop zurückgeht. 2. Zuerst überlegen, dann entscheiden. Dies ist eigentlich bei den normalen Vorgängen im täglichen Leben der gängige Weg. Wenn zuerst entschieden oder zu etwas aufgefordert wird und die nachträglichen Überlegungen stellen die Entscheidungen in Frage, entsteht Verunsicherung. Vor allem im politischen Bereich dann, wenn die Entscheidungen vorschnell an die Öffentlichkeit gelangen und nur sehr schwer oder gar nicht umsetzbar sind. 3. Demokratie muss auch respektierbare Grenzen haben. Für Entscheidungen (...) muss jemand die Initiative und Verantwortung übernehmen. Das ist umso schwerer, wenn hinter allem die Angst schwebt, dass jemand alles und jedes zur Durchsetzung der eigenen Interessen einklagen kann. Wir müssen uns darauf besinnen, Entscheidungen zu akzeptieren, auch wenn es manchmal schwerfällt. Das heißt nicht, dass alles unwidersprochen hingenommen werden muss. Aber jede Kritik hat auch ihre Grenzen. In meiner Zeit als Lehrer hat mich ein Spruch eines Schülers tief beeindruckt: Jemand kritisieren heißt, ihm zu sagen, wie er es besser machen kann. 4. Gerade in Krisensituationen ist Einigkeit und Solidarität vonnöten. Endlosdiskussionen, Empfindlichkeiten, Schuldzuweisungen, Wahlüberlegungen, eigene, parteipolitische oder lobbyistische Interessen dürften dort keinen Platz haben, wo es um das Wohl der Allgemeinheit geht.

Adalbert Muschak, Straßdorf

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