Lesermeinung

Nichts gibt es umsonst ...

Zum SchwäPo-Artikel „Aalenerin betreut WM-Fans in Katar“, SchwäPo vom 19.11.:

Eine 24-jährige Aalenerin erlebt Weltfußball hautnah in Katar: Spannend! — Ein „namhafter Sponsor, dessen Name nicht öffentlich werden soll“ spendiert’s: Traumhaft!  Die junge „Betreuerin“ (...) ist eine von Tausenden (...).  Doch umsonst gibt’s nichts. Und nicht nur Potter-Fans befürchten, dass jemand, „dessen Namen nicht genannt werden darf“, nichts Gutes im Schilde führt. Die New York Times berichtet ebenfalls am Samstag, dass Tausende solcher Reisen vom Wüstenstaat selbst finanziert werden. Journalisten haben jetzt die Vereinbarungen veröffentlicht, die solche „Fanbetreuer“ unterschreiben. Diese Verträge verbieten, Kritisches über das „Höchste Organisationskomitee“ Katars und die Fifa zu äußern. Stattdessen sollen die „Fanbetreuer“ in den Sozialen Medien positiv von der WM und Katar berichten. Zudem verpflichten sich die „Fanbetreuer“ vertraglich zur Denunziation: Sie müssen „jegliche anstößige, herabsetzende oder abfällige Kommentare dem „Höchsten Komitee“ melden, entsprechende Screenshots weiterleiten und Unerwünschtes möglichst löschen“ (New York Times, 19.11.). Bei der Eröffnungszeremonie wurde dann erwartet, dass all diese netten jungen Leute vor den Augen der Welt ihre Begeisterung für die WM zur Schau stellten. Die Redaktion der SchwäPo darf Katar als Gastgeber gerne noch kritischer im Blick behalten.

Martin Schaub

Oberkochen

Anmerkung der Redaktion: Die junge Aalenerin ist nicht bei dem Sponsor angestellt oder wird von diesem finanziert. Ihr Arbeitgeber ist die Agentur Sportfive mit Sitz in Berlin. Bei dem „Sponsor“ handelt es sich definitiv nicht um den Staat Katar. 

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