Nur mit angenehmen Kritikern

Zum Artikel „Kritiker eingeladen zum sachlichen Dialog“, erschienen in der GT am 29. September:

Die Erklärung von Frau Lieberknecht (CDU), Schirmherrin des Kongresses „Leben.Würde“ zeigt, welch Geisteshaltung die Veranstalter sind: Weil sich der Kongress und seine teils reaktionären und christlich-fundamentalistischen Redner auf das Grundgesetz und weitere Gesetze beziehen, darf man sie nicht als solche „verunglimpfen“ und man „schließe sich selbst von einem seriösen und ernsthaften Dialog aus.“ Ein „Gesprächsangebot“, aber nur an jene Kritiker, die nicht sagen, was ist, frei nach Wilhelm Busch: „Zum Vierten hoff ich außerdem auf Kritiken, die mir genehm“? Ansonsten werden Kritiker einfach delegitimiert! Der Kongress, der sich unter wohlklingenden Begriffen versammelt wie „Lebensrecht“, „verbriefte Menschenwürde“ oder „Lebensschützer“ hat zum Ziel, die ganze fundamentalistische Struktur zu vernetzen. Ihr Dogma ist Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten, womit sie in das Lebens(gestaltungs)recht von Frauen und Familien eingreifen. Wenn man vom Lebensrecht von Kindern spricht, denkt mancher an das Recht bereits geborener Kinder. Aber davon ist bei den „Lebensschützern“ nichts zu lesen: Keine Forderung nach mehr und qualitativ hochwertigen Kindertagesstätten, wohnortnahen Kindergärten, nach kleineren Klassen und kostenloser Schulspeisung, nach Ganztages- und Hausaufgabenbetreuung damit Frauen und Familien entlastet werden und Frauen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Übrigens auch ein „grundgesetzlicher Auftrag“ und vor allem im Interesse vieler Frauen und Familien.“

Armin Kolb

Schwäbisch Gmünd

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