Lesermeinung

Ohne Rücksicht Straßen bauen

zu: „Nordumfahrung oder Hühnerstall?“, vom 31.Januar

Der Neresheimer Gemeinderat lehnte in der jüngsten Gemeinderatsitzung einen Hühnerstall mit 5000 Legehennen ab, was der Größe eines Stalles von ca. 70 Rindern entspricht. Als Begründung wurden folgende Argumente herangezogen: Geruchsbelästigung, Beeinträchtigung der Wohnbebauung und einer Kaltluftschneise, zudem diene das Gebiet der Naherholung. Der Hühnerstall sollte an der Stelle erbaut werden, an der die Umgehungsstraße im Flächennutzungsplan geplant ist. Und genau das macht den Beschluss absolut unverständlich.

Würde eine Umgehungsstraße die Wohnbebauung nicht durch Lärm und Autoabgase belasten? Würde die Kaltluftschneise nicht durch die Straße zerschnitten? Würde Naherholung nicht durch eine Straße zerstört? Die Politik wird nicht müde zu betonen, dass sie die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt. Aber so klappt das nicht. Ein Hühnerstall ist von der Größe und Belastung für die Menschen nicht zu vergleichen mit der einer Umgehungsstraße. Für mich sieht es ganz danach aus, als würde der ungehemmte Bau weiterer Straßen Vorrang vor Erhalt von Natur und Umwelt haben. Man fragt sich, ob die Klimakrise in den Köpfen der Politik überhaupt schon angekommen ist.

Es scheint immer noch zu gelten: Weiter so ohne Rücksicht auf zukünftige Generationen und ohne das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Klimaschutzgesetz vom letzten Jahr zu beachten.

Werner Gottstein

Bopfingen

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