Reden wir doch mal über echte Benachteiligung.

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Zur Corona-Impfsituation: Wir haben allen Grund, mit der derzeitigen Corona-Impfsituation unzufrieden zu sein: Da greifen Mitbürger zum Telefon und versuchen über die Impftermin-Servicehotline, einen von nur 30 Impfterminen im lokalen Kreisimpfzentrum zu ergattern, hängen dann aber in scheinbar endlosen Warteschleifen fest.

Zur Corona-Impfsituation:

Wir haben allen Grund, mit der derzeitigen Corona-Impfsituation unzufrieden zu sein: Da greifen Mitbürger zum Telefon und versuchen über die Impftermin-Servicehotline, einen von nur 30 Impfterminen im lokalen Kreisimpfzentrum zu ergattern, hängen dann aber in scheinbar endlosen Warteschleifen fest. Andere, so ist den Leserbeiträgen zu entnehmen, versuchen ihr Glück online auf der Impfterminservice-Webseite, verirren sich dann aber in einem Dschungel aus Formularen und Vermittlungscodes. Und wieder andere lassen sich gar kurz vor Mitternacht von ihrem Wecker aus dem Bett klingeln, um Punkt 0 Uhr den Reservierungs-Button klicken zu können – ebenfalls ohne Erfolg. Der Grund für die Misere: Impfstoffmangel. Insgesamt seien daher im Ostalbkreis mit seinen rund 314 000 Einwohnern nur etwa 3650 Impfungen durchgeführt worden, hieß es am Samstag in der Gmünder Tagespost. Landrat Bläse sieht neben der geringen Liefermengen der Hersteller aber noch einen anderen Grund für den Mangel an Vakzin: eine ungerechte Verteilung zwischen den Landkreisen. "Ich würde nie tatenlos zusehen und zulassen, dass der Ostalbkreis benachteiligt wird", so das Zitat. Reden wir doch mal über echte Benachteiligung. Reden wir doch mal über Guinea. Laut WHO hatten dort bis Ende Januar 55 Menschen eine Impfung erhalten – bei rund 12 Millionen Einwohnern. Und wie viele der rund 1,2 Milliarden Einwohner der restlichen 48 Subsahara-Länder hatten eine Dosis erhalten? Null. Keiner. Ja, wir haben allen Grund dazu, mit der jetzigen Impfsituation unzufrieden zu sein. Aber nicht, weil wir hier im Ostalbkreis zu kurz kommen.

Elisabeth Stegmaier, Schwäbisch Gmünd

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