Lesermeinung

„Religion“ statt konstruktiv

Zum Thema: „Greta Thunberg bei der Blockade von Klimaaktivisten in Lützerath“:

Mit ihrer an Szenarien von Wackersdorf, Mutlangen und Brokdorf erinnernde Sitzblockade in Lützerath hat Klimaaktivistin Greta Thunberg für Negativschlagzeilen gesorgt. Mit derlei Aufsehen erregenden Eskapaden

diskreditiert die zur Ikone stilisierte Jeanne d'Arc des 21. Jahrhunderts die (...)  Klimaschutzbewegung Fridays for Future.

Nicht genug, dass ihre Auftritte (...)  bei Weltklimakonferenzen einem der medienwirksamen Publicity und Selbstinszenierung dienenden Ego-Trips gleichen, betreibt sie nicht nur eine mit dem Odium der Demagogie behaftete pauschalisierende Schwarz-Weiß-Malerei und stellt die als Versager und „Klimaschurken“ titulierten Politiker en bloc an den Pranger, sondern befeuert auch nach Kräften einen erneuten Generationenkonflikt.

Anstatt die Bewegung politisch zu kanalisieren und eine vernünftige und konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Klimaschutzorganisationen zu suchen, läuft selbige Gefahr, zu einer von Heilsbringervisionen irregeleiteten und eine apokalyptische Weltuntergangsstimmung erzeugende Erlösungsreligion zu

mutieren.

Ich kann an dieser Stelle nicht umhin, an den legendären Kinderkreuzzug im Jahre 1212 zu erinnern, der das anvisierte, das Paradies verheißende Heilige Land nie erreichte und in einer Katastrophe endete.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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