Lesermeinung

Schäme mich für die Stadt

Zur Trassenfindung für den Albaufstieg:

Es ist Mittwochabend. Der Eisregen prasselt an die Fenster. In der Ferne hört man Sirenen von Rettungsfahrzeugen. Der einzelne Ton wird zu einem lauten Konzert. Die Ebnater Steige ist wieder eine Gefahrenstelle für unsere Mitbürger geworden. Im Verkehrsministerium von Baden-Württemberg müsste man sich Sorgen machen. Wie viel beschädigte Autos, verletzte oder gar tödlich verunglückte Menschen werden morgen Vormittag zu zählen sein. Lkw-Fahrer aus ganz Deutschland und aus dem Ausland sitzen an der nicht nach den Straßenbaukriterien des Landes gebauten steilen Ebnater Steige fest. Da braucht man viel Zeit. Wie jeden Tag haben die Menschen unter der Situation zu leiden.

Ich schäme mich für eine Landesregierung, die mehr als 50 Jahre dafür gebraucht hat, um das Versprechen einer zusätzlichen Aufstiegstrasse einzulösen. Ich schäme mich für unsere Stadt Aalen, die ihr Nein zu einem neuen Aufstieg immer wieder vertreten hat. Schließlich hat Aalen die Unversehrtheit der Unterkochener Bürger laut Eingemeindungsvertrag sicherzustellen.

OB Brütting versucht, mit einer Bürgerbeteiligung eine Alternativtrasse zu finden. Doch mindestens 15 Jahre, so wird gerechnet, werden bis zur Fertigstellung vergehen. Das werde ich voraussichtlich nicht mehr erleben. Gestern kam bei einem Gespräch mit Herrn Leitenden Baudirektor Walz bei mir etwas Hoffnung auf. Er konnte die Dringlichkeit der Maßnahme zumindest erkennen und dachte an Wege für eine Beschleunigung des Verfahrens. Ich schließe diese Hoffnung in meine Weihnachtswünsche ein.

Dr. Wolfgang Fähnle

Aalen-Unterkochen

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