Lesermeinungen

Solidarität statt Querdenken

Zum den Themen Ukraine und Montagsspaziergängen:

Angesichts der momentanen Situation der Menschen in er Ukraine und der Gefahr eines eskalierenden Krieges in ganz Europa fällt es mir immer schwerer, die Anliegen der Demonstranten ernst zu nehmen, auch wenn sie diese für sich als existenziell darzustellen versuchen. Das Geschrei nach „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ in Deutschland verkommt angesichts Putins Verhalten endgültig zur Farce. Zweckentfremdete Aussagen wie „Wir sind das Volk“ reichen offenbar nicht mehr. Jetzt heißt es schon „Wir sind die Menschheitsfamilie“. Solche Sprüche und weitere wie etwa „Gesund ohne Zwang“, „Freiheitsräuber vor Gericht! Widerstand ist Pflicht!“, „Wir sind die Rote Linie“ und die so erbärmlichen „Lügenpresse“-Rufe haben für mich inzwischen das Niveau eines billigen Kalenderspruchs erreicht. Auch mit Hinblick auf die Aufhebung vieler Einschränkungen ab 20. März möchte man nur noch sagen: Lasst euch mal was Neues einfallen. Etwas, das eurem hehren Anliegen gerecht wird. So mancher überzeugter Impfbefürworter wird sich inzwischenwünschen, dass keine Impfpflicht kommt. Nicht um denen, die am lautesten schreien „Recht“ zu geben, sondern zum Wohl des sozialen Friedens. Dieser wird in nächster Zeit durch die zur Unterstützung der Ukraine beschlossene Gefährdung unserer „Heiligen Kuh Wohlstand“ mehr denn je gefordert sein.

Berthold Erhardt

Ellwangen

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