Stadt Gmünd hat gut reagiert

Zum abgesagten Eintrag von Kardinal Koch in das „Goldene Buch“ der Stadt Schwäbisch Gmünd:

Der schweizer Kurienkardinal Kurt Koch hatte am Wochenende einen Aufenthalt in Schwäbisch Gmünd geplant und hätte sich am vergangenen Samstag in das „Goldene Buch“ der Stadt eingetragen. Es kommt sicher nicht alle Jahre vor, dass ein solcher Termin von der Stadt kurzfristig abgesagt wird. Koch hatte jedoch in der vergangenen Woche in einem Zeitungsinterview die Reformbewegung des Synodalen Weg der Kath. Kirche in Deutschland mit kirchlichen Irrwegen in der Zeit des Nationalsozialismus verglichen und damit Empörung und Protest ausgelöst. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bezeichnete Kochs Vergleich zu Recht als „völlig inakzeptable Entgleisung“. Es verdient höchsten Respekt, dass die Verantwortlichen der Stadtverwaltung unverzüglich die Reißleine gezogen und den Termin abgesagt haben. Chapeau! … und das noch in „Schwäbisch Nazareth“! Eine ebensolche Reaktion hätte ich auch von den Kirchen und kirchlichen Einrichtungen erwartet, in denen der Kardinal eingeladen war. Die Klärung blieb diesen erspart, weil Kardinal Koch alle seine Termine im Ostalbkreis dann ebenso kurzfristig abgesagt hat. Bedauerlicherweise ist Kardinal Koch ein hochrangiger Funktionär in der römischen Kurie. Wenn der Vatikan in seinem Stall solchen Scharfmachern den roten Teppich ausrollt, braucht sich niemand mehr zu wundern, wenn die Schäfchen das Weite suchen…

Lothar Lieb,

Schwäbisch Gmünd

Mitglied der Reformgruppe⋌ Maria 2.0, Schwäbisch Gmünd

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