Lesermeinung

Stümperhaft digital

Zur CovPass-Check-App:

Um es vorwegzuschicken: Ich bin weder ein Coronaleugner noch ein Impfgegner. Aber ich habe etwas dagegen, wenn unser Staat für teures Geld unbrauchbare Software anschafft, und durch deren Einsatz für uns Bürger die Nutzung öffentlicher Einrichtungen in unzumutbarer, ja unzulässiger Weise eingeschränkt wird. Es geht um die CovPass-Check-App.

Im digitalen COVID-Impfzertifikat (das ist der einigermaßen fälschungssichere QR-Code, allein der und nichts mehr!!) ist auch der Impftermin gespeichert. Die CovPass-Check-App zeigt jedoch nur die Gültigkeit des Zertifikats nach EU-Recht und einige persönliche Daten des Inhabers an. Nicht aber den aufgrund landesrechtlicher Vorgaben erforderlichen Impftermin oder die Art der Impfung. Aufgrund dieser Tatsache wurde mir am 29. 12. 2021 der Zugang zur Stadtbibliothek trotz einer Boosterimpfung am 1. 12. 2021 und des als gültig erkannten Zertifikats verwehrt. Begründet wurde dies damit, dass beim Check kein Impfdatum angezeigt werde. Das wird bei dieser Zugangskontrolle gar nicht digital dem QR-Code entnommen (wo es ja vorhanden ist), sondern ganz einfach (und gar nicht digital) von einer ergänzenden Quelle abgelesen. Entweder von dem A4-Blatt auf das die Apotheke den QR-Code druckt, von der CovPass-App auf dem Smartphone oder vielleicht sogar aus dem gelben Impfpass.

Es braucht also zusätzlich zum QR-Code, in dem schon alles enthalten ist, eine analoge Information. Eine volldigitale Zugangskontrolle, wie sie die Coronaverordnung fordert, sieht nach meiner Ansicht anders aus.

Hier ist Abhilfe zu schaffen und zwar ganz schnell. Eigentlich dürfte eine – nach meiner Meinung – derart stümperhaft spezifizierte und implementierte Software gar nicht zum Einsatz gelangen.

Zu guter Letzt noch: Welchen Grund gibt es eigentlich dafür, dass die „staatliche CovPass-App“ ebenso wie die Luca-App nur auf neueren Smartphones funktioniert? Nicht jeder kann sich die Anschaffung eines neuen Smartphones leisten, nur um darauf sein Impfzertifikat speichern zu können.

Prof. Dr. Wilfried Koch,

Oberkochen

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich dabei nicht um die Stadtbibliothek in Oberkochen. Diese hatte an diesem Tag geschlossen.

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