Lesermeinung

"Tarifvertrag für Pflegende gescheitert":

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Man kann es fast nicht glauben, ausgerechnet die Caritas als katholischer "Nächstenliebe-Wohlfahrtsverband" hat es scheinheilig und unverantwortlich verhindert, dass es zu einem bundesweiten allgemeinverbindlichen Flächenvertrag für Pflegekräfte kam. Noch vor Monaten wurde das Pflegepersonal von Alten- und Pflegeheimen landauf, landab vom Balkon herab mit Applaus und als Helden gefeiert, für den großartigen Corona-Pandemie-Einsatz und wie sie sich täglich aufopferungsvoll um die Schwächsten in unserer Gesellschaft kümmern.

Man kann es fast nicht glauben, ausgerechnet die Caritas als katholischer "Nächstenliebe-Wohlfahrtsverband" hat es scheinheilig und unverantwortlich verhindert, dass es zu einem bundesweiten allgemeinverbindlichen Flächenvertrag für Pflegekräfte kam.

Noch vor Monaten wurde das Pflegepersonal von Alten- und Pflegeheimen landauf, landab vom Balkon herab mit Applaus und als Helden gefeiert, für den großartigen Corona-Pandemie-Einsatz und wie sie sich täglich aufopferungsvoll um die Schwächsten in unserer Gesellschaft kümmern. Und jetzt sagt der Sprecher der Dienstgeberseite, Herr Altmann, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hätte.

Das ist doch ein scheinheiliges Getue der katholischen Kirche und ein Schlag ins Gesicht

aller Beschäftigten in kirchlichen Pflegeeinrichtungen. Und das heißt doch nichts anderes, als dass in der Pflege weiterhin auch für "Gotteslohn" gearbeitet

wird, und die Bezahlung erfolgt später im Himmel.

Ja, ich frage allen Ernstes, wie soll für junge Menschen der Pflegeberuf attraktiv sein, wenn Wertschätzung und eine angemessene Bezahlung von der Kirche und Caritas unehrenhaft über Bord geworfen werden. Die katholische Kirche und privaten Anbieter reiben sich nach dieser Ablehnungsentscheidung genüsslich die Hände, denn der Reibach auf Kosten der Pflege-Beschäftigten ist ja weiterhin gesichert, der katholischen Kirche und der Caritas sei Dank.

Karl Maier

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