Lesermeinung

Toleranz und Dialog

Zum Artikel „Zeichen setzen gegen Demo“ vom 8. Januar

Es ist mir ein Rätsel, wieso man gegen Menschen, die für ihr Grundrecht für Selbstbestimmung einstehen ein Zeichen setzen sollte? Mag sein, dass montags auch Impfgegner mitlaufen,

aber die allermeisten Menschen stehen dort absolut friedlich für ihr Recht auf Selbstbestimmung, also gegen eine allgemeine Impfpflicht, und verhältnismäßige Maßnahmen ein.

Die Zahl der Menschen die sich genötigt sehen dies zu tun, ist sicher auch durch die kommende 2G-Regelung im Freizeitbereich für 12-17-Jährige gestiegen. (...)

Kann sich jemand, der keine oder bereits erwachsene Kinder hat, vorstellen, welch massiver Impfzwang durch die Hintertür bei Kindern ausgeübt wird?

Derzeit gelte ich noch als „vollimmunisiert“. Dieser Status wird in zwei Monaten auslaufen. Dann sollte ich mir einen Booster abholen, um weiterhin am „normalen“ gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. (...) Da ich die Entscheidung über eine Booster-Impfung oder die Impfung meiner Töchter jetzt und auch in Zukunft selbstbestimmt und frei entscheiden möchte, stehe ich für dieses Recht ein und möchte ein Zeichen für die Wahrung dieses unverhandelbaren Grundrechts setzen. Traurig genug, dass es derzeit in unserer freiheitlichen, demokratischen Ordnung erforderlich ist, sich hierfür besonders zu engagieren, zumal das doch ein permanent gültiger Zustand sein sollte. Jeder darf und muss für sich selbst das Für und Gegen eine Impfung sehr genau abwägen. Ich respektiere jedwede Entscheidung. Dies ist für jeden Einzelnen ein höchst individueller Prozess und soll und muss es in Zukunft bleiben.

Die Gesellschaft und sogar unsere Stadt ist gespalten. (...) Dies macht mich traurig und sollte alle beschämen. Deshalb sollen die Spaziergänge, mittlerweile auch Versöhnungsspaziergänge genannt, der Spaltung entgegenwirken. Wenn wir nicht mitmachen, funktioniert Spaltung nicht. Deshalb: Hören wir bitte damit auf, Personen in Schubladen zu stecken, nur weil sie nicht die gleiche Meinung haben wie wir. Das Wichtigste ist und bleibt die Bereitschaft zum toleranten Diskurs!

Bianca Siegel

Aalen

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