Lesermeinung

Verjüngungskur in Politik nötig

Thema: Leitartikel zum Deal von Innenminister Strobl (Minister mit Makel):

Der grüne Grandseigneur hat gesprochen, frei nach Pontius Pilatus: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ Damit ist nach Einstellung der staatsanwaltlichen Ermittlungen und dem Abschluss eines fragwürdigen Deals die Causa Strobl ad acta, und der Law and Order - Saubermann kann jetzt seine (schmutzigen?) Hände in Unschuld waschen. Die Moral musste wieder einmal politischem Machtkalkül und bigottem Pharisäertum weichen.

Immerhin befindet sich der grüne Waschlappenpatriarch an der Seite eines willfährigen und hyperloyalen Jammerlappens weiterhin unangefochten in einer komfortablen Position. Und Vize Strobl kann, obwohl er das schlechteste Landtagswahlergebnis eingefahren hat, nach wie vor mit seinen Pfunden als Schwiegersohn von Wolfgang Schäuble und als Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande wuchern getreu dem Motto: „Ist der Ruf mal ruiniert, regiert sich´s weiter ungeniert.“ Jedenfalls solange er die von Nepotismus und Klüngelwirtschaft profitierende und an lukrativen Pöstchen und opulenten Pfründen interessierte CDU-Amigo – Entourage hinter sich weiß.

Was lernen wir aus der leidigen Affäre Thomas Strobl? Nur ein längst fälliger Generationenwechsel und eine personelle Verjüngungskur an der Koalitionsspitze kann im Sinne der politischen Hygiene eine Katharsis herbeiführen.

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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