Lesermeinung

Verschwendung oder notwendig?

Zum Steg am Stadtoval:

Mächtig und fast ein bisschen stolz steht sie da, die Reklametafel zum Fußgängersteg vom Stadtoval in die Innenstadt. Elegant gestaltet und gespickt mit eindrucksvollen technischen Projektdaten. Mindestens genauso auffällig sind die horrenden Gestehungskosten von circa 10,4 Millionen Euro. Wenn’s reicht. Das entspricht in etwa 74 000 Euro pro laufendem Meter Baukörper oder vergleichsweise 21 Einfamilienhäusern. Der Rohbau steht, und die Einweihung alsbald bevor. Man wird sich im Beisein kommunaler Prominenz wechselseitig (...) beglückwünschen und gratulieren zu einem zukunftsweisenden Objekt, das städtebauliche Akzente setzte und den Status „Aalener Wahrzeichen“ erhalten soll. Alle werden zufrieden sein, die Widrigkeiten vergessen und das Thema durch. Mitnichten, denn der Steg wird uns noch länger begleiten und Diskussionen auslösen. Spannend wird die noch ausstehende Endabrechnung. Werden die eingepreisten Landeszuschüsse eventuell gekürzt? Gibt’s doch noch eine Überdachung oder wie entwickeln sich die Bewirtschaftungskosten (…), und Ähnlichem? Nimmt man dann noch den Kulturbahnhof sowie das Kombibad dazu, das schon in der Planungsphase seine finanzielle Ausrichtung verfehlte (...), wird die Stadtkämmerin bei künftigen Haushaltsberatungen mit spitzer Feder rechnen müssen. Ob die mittelfristige Finanzplanung eingehalten werden kann, muss man wohl mit einem dicken Fragezeichen versehen. Der Steg ist im wahrsten Sinne des Wortes „bahnbrechend“, ob er aber (...) dauerhaft eine „tragende“ Rolle spielt, wird sich zeigen. Bei zwei nahen, akzeptablen und witterungsunabhängigen Alternativen, die im Sommer schattig und kühl, im Regen trocken und im Winter eis-und matschfrei sind, könnte das Ergebnis überraschen.

Günter Kallis

Aalen

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