Lesermeinunge

Viele freudige Kinderaugen

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Leserbrief Die dankbaren Kinder von Strassdorf

Über ein Halloween-Erlebnis:

Es ist Sonntag, die Dunkelheit hat gerade eingesetzt. An unserer Klingel hängt seit Wochen der Hinweis: „Klingel defekt; bitte kräftig an die Türe klopfen.“ Ein energisches Pochen, lässt mich hochschrecken. Ich gehe zur Tür und öffne. Eine Gruppe angsterregender Gestalten fordert mich auf : „Gib Süsses oder es gibt Saures.“ Es ist Halloween und ich habe nichts Süßes im Haus. In meiner Verlegenheit ziehe ich einen Geldschein aus dem Portemonnaie und gebe es der mir am nächsten stehenden Person. Einer ist damit zufrieden – die anderen sind enttäuscht. Zehn Minuten später das gleich Szenario mit einer anderen Gruppe. Ich will heute nicht mehr in enttäuschte Kinderaugen blicken. An einer Tanke besorge ich eine Kiste voll mit unterschiedlichsten Süßigkeiten. Die nächste Gruppe darf kräftig zulangen. Zu meinem Erstaunen stelle ich fest, dass sich einer nach dem anderen aus der Gruppe löst und geordnet vortritt , um sich anständiger Weise nur ein Stück zu greifen. So bleibt noch genügend Naschwerk für die nächsten Kinder übrig. Zwei junge Mädchen, sehr kreativ verkleidet, bestehen darauf, ein ganzes Gedicht auswendig aufsagen zu dürfen. Sie dürfen den Rest mitnehmen. Ich gehe an diesem Abend glücklich ins Bett.

Genau zwei Wochen später öffne ich den Briefkasten und was ich in den Händen halte, berührt mich (...). Auf einem DIN A4 Blatt hat ein Kind einen Halloween Kürbis gemalt und darüber mit kindlicher Schrift seinen Dank für die Süßigkeiten an Halloween ausgedrückt. Einfach nur großartig. Das nächste Halloween kann kommen und es wird mich dann besser vorbereitet vorfinden, damit ich wieder in viele freudige Kinderaugen blicken kann.

Manuel Fuisting

Schwäbisch Gmünd

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