Vorhaben ist der blanke Horror

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Zur geplanten Wohnbebauung am Nepperberg: Letzthin war ich im Gemeinderat. Ich dachte, das könnte ganz lustig werden – wurde es auch, aber eher komisch als lustig.

Zur geplanten Wohnbebauung am Nepperberg:

Letzthin war ich im Gemeinderat. Ich dachte, das könnte ganz lustig werden – wurde es auch, aber eher komisch als lustig. Die Tagesordnung war umfangreich und enthielt viele spannende Themen. Ich möchte mich aber auf den TOP 3 "Bauvorhaben Wohnen am Salvator" beschränken. Da durfte ein Investor vortragen, wie er die Zerstörung unseres heiligen Salvator bewerkstelligen will. Es wurden viele bunte Bilder gezeigt, eigentlich fast nur solche aus der Vogelperspektive, das sah beeindruckend und ziemlich akzeptabel aus. Fanden fast alle, sogar die normalerweise Vernünftigen. Man mag sich aber die riesigen Klötze, die da entstehen sollen, ganz normal, also vom Straßenniveau aus betrachtet, gar nicht vorstellen. Wo bleibt denn da die denkmalgeschützte Salvator-Villa, die doch angeblich als Solitär erhalten wird? Die wird man kaum noch sehen! Zumindest komme ich zu diesem Ergebnis, nachdem ich mir die Sache mal vor Ort angeschaut habe. Und es werden auch sehr viele gesunde, alte Bäume fallen müssen, egal was gerade erzählt wird. Und was wird aus der Frischluft? Gemäß Klimagutachten ist der Nepperberg doch eine der zentralen Frischluftschneisen für unsere Stadt. Als letztes dachte ich noch: Das wird richtig teuer, wie und was da gebaut werden soll. Also sicher nur etwas für sehr, sehr Wohlhabende. Warum das dann einer sozialen Tradition des Salvators entsprechen soll, bleibt mir völlig schleierhaft. Ich denke, es ist einfach nur Frevel, was da mit unserer Stadt mal wieder passieren soll. Und unser Baubürgermeister sagte dazu kein einziges Wort. Komisch! Daher, so lange es wegen Corona wenig andere Unterhaltung gibt: auf in den Gemeinderat! Man glaubt nicht, wie amüsant das ist. Erstaunliche Unbeschwertheit im Umgang mit Natur und Tradition. Eigentlich aber der blanke Horror.

Hans-Peter Trah, Schwäbisch Gmünd

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