Lesermeinung

Wärmewende wird vergessen

Zu: „Rekord-Haushalt 2023 für Bopfingen“, SchwäPo vom 28. Dezember:

Die Stadt Bopfingen erstellte einen Haushalt mit 67 Millionen Euro und will rund 19 Millionen Euro investieren. Was im ersten Moment wie eine enorme Summe klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein schlichtes „Weiter so“. Keinerlei Ambitionen für eine Wende in der Energie- und Wärmeversorgung. Es wird zwar in die Zukunft Breitband investiert, dabei aber vergessen, dass wir sehr schnell eine Wärmewende benötigen, um dem Klimawandel wenigstens ein wenig Einhalt zu gebieten. Dabei könnte man die sowie schon aufgegrabenen Straßen nicht nur für die Verlegung des Breitbands nützen, sondern auch für eine neue Wärmeversorgung. Mit einem Wärmeplan, der zum größten Teil vom Land bezuschusst wird, könnte ermittelt werden, wo eine andere Wärmeversorgung möglich wäre. Das wäre zum Beispiel über Abwärmenutzung aus den Gewerbe- und Industriebetrieben schnell umsetzbar. (...) Dagegen lässt man den Ortsteil Kerkingen im „Regen stehen“. (...) Gleiches gilt bei den geplanten Neubaugebieten. Bei diesen wird immer noch in Gas statt in regenerativen Energien gedacht. Und besonders tragisch wird es, wenn zwar Bürgermeister Bühler, die Verwaltung, und die im Stadtrat vertretenen Parteien Freiflächen-Fotovoltaikanlagen ablehnen, aber im Gegenzug nichts für die Förderung von PV-Anlagen bei Privatleuten oder bei Firmen unternehmen wollen. Hier sind Gemeinden wie Rainau, Tannhausen, Westhausen und andere geradezu vorbildlich. Die Politik und Verwaltung in Bopfingen sind in Bezug auf eine Wärme- und Energiewende weiterhin im Dornröschenschlaf. Es wird aber kein Prinz kommen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Dazu bedarf es den Willen der politisch Verantwortlichen.

Werner Gottstein

Bopfingen

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