Lesermeinung

Was Windräder wirklich bringen

Zum Artikel „500 neue Windräder“, Schwäbische Post vom 27. Juli:

Der SchwäPo vom 27.7.21 konnte man (wieder einmal) sehr verwirrende Informationen über das Thema Windkraft entnehmen. Auf S.5 wurde der Plan beschrieben, 500 Windräder im Wald zu bauen. Auf S. 31 konnte man lesen, dass beim Windstrom von den Offshore-Anlagen in der Nordsee eine Flaute zu verzeichnen war.

Nun wäre es hilfreich, einmal diese beiden Informationen zu verknüpfen. Könnte man daraus ableiten, was die 500 Windräder im Wald überhaupt bringen? Wenn man das versucht, versinkt man in einem Wust von Zahlen. Ich habe es dennoch (vereinfacht) versucht.

Die Windräder in der Nordsee von Tennet lieferten derzeit im Halbjahr (2021) 10 TWh elektrische Windenergie, hochgerechnet auf ein Jahr könnte man von 20 TWh ausgehen. Alle Windräder in BW (zusammen 750) lieferten 3 TWh in 2020 (BW Ministerium für Umwelt und Energie). Der Bedarf an elektrischer Energie beträgt in BW 70 TWh (bei einem Gesamtenergiebedarf von 283 TWh).

Demnach liegt der Anteil der Windenergie bei der Bereitstellung elektrischer Energie in BW bei 4% und bezogen auf den Gesamtenergiebedarf bei 1%. Die 500 neuen Windräder im Wald dürften die Anteile nur geringfügig verändern, vielleicht könnten damit 6% des Bedarfs an elektrischer Energie gedeckt werden. Dafür müssten aber 200 Hektar Wald (0,4 ha/Windrad) abgeholzt werden, riesige Mengen Beton für die Fundamente in den Boden gegossen werden, und zudem dürften viele größere Greifvögel den Rotoren zum Opfer fallen.

Sinnvoller wäre es, in Offshore- Windparks zu investieren, die einen wesentlich höheren Ertrag liefern und die Umwelt geringer belasten. Aber auch damit könnte die benötigte elektrische Energie in BW nicht erzeugt werden (siehe oben).

Aber was wäre hier zu tun? Von der Politik gibt es (bei allen Parteien) im Wesentlichen Fantasievorstellungen und Symbolpolitik.

Armin Schöppach

Aalen

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