Lesermeinung

Wasser: ein Luxusgut

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Zum SchwäPo-Artikel „Kein Kampf ums Wasser“ vom 8. Juni:

Ein Verszitat des altgriechischen Lyrikers Pindar lautet: Ariston Hydor, zu Deutsch: „Wasser ist das Kostbarste.“ (...) Galt im Mittelalter Salz als das weiße, mit Beginn der Industrialisierung Kohle als das schwarze Gold, so dürfte in nicht allzu ferner Zukunft Wasser das flüssige Gold sein.

Seit Längerem ist unbestritten, dass ein Kausalzusammenhang besteht zwischen zunehmender Erderwärmung als Folge des Klimawandels und der fortschreitenden weltweiten Verknappung der Süßwasservorräte. Periodische Dürrekatastrophen und die Austrocknung natürlicher Wasserreservoire wie Seen und Flüsse sind ein signifikantes Indiz einer Entwicklung, an deren Ende das Horrorszenario von blutigen Verteilungskämpfen um die letzten Wasservorkommen auf unserem Globus stehen könnte. Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Initiative von Umweltministerin Svenja Schulze nur zu verständlich (...).

Schulzes Paket von prophylaktischen Maßnahmen mag schön und recht sein, doch scheint mir dabei ein ganz entscheidender Aspekt außer Acht gelassen: Der sparsame Umgang mit unserem Trinkwasser muss zuallererst in den Köpfen stattfinden, ein allgemeiner Bewusstseinswandel muss herbeigeführt werden, ein jeder muss sich in Bezug auf seinen alltäglichen Wasserkonsum kritisch hinterfragen. Andernfalls könnten uns eines Tages streng reglementierte Wasserrationen bevorstehen. Wenn man bedenkt, welche Unmengen Wasser beispielsweise von Autowaschanlagen und Swimmingpools absorbiert werden, ist diese Vorstellung gar nicht so abwegig. Wie lange können oder wollen wir diesen verschwenderischen Luxus uns noch leisten?

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

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