Lesermeinung

Weiterwursteln ist keine Lösung

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Zur Kostenexplosion bei der EATA:

Willkommen in der Realpolitik.

Das scheint mir der Grund dieser exorbitanten Kostenüberschreitung beim Bau der EATA zu sein: Man wollte dieses Projekt (...) politisch für die scheinbar zu kurz gekommene gute Stadt. Nur so lässt sich erklären, warum Stadtverwaltung und Gemeinderat so lange warteten, bis „das Schiff im Trockendock“ versank.

Kann man dieses Kreuzfahrt-Schiff „mit Hotelstandard“ nun wieder flottbekommen? Jetzt gibt es meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit: Planungs- und Baustopp. Alles andere wäre Steuergeldverschwendung und nachfolgenden Generationen gegenüber unverantwortlich. Alles muss auf den Prüfstand. Sämtliche Quantitäten und auch Qualitäten müssen hinterfragt und auf Kostenrelevanz überprüft werden. Die energetische Sanierung ist dabei wohl gar nicht berücksichtigt! Das Raumprogramm muss neu überdacht werden. Synergieeffekte müssen aufgespürt und genutzt werden.

Soll man das Dach denn wirklich ausbauen, wenn dort Asbest für eine halbe Million Euro entsorgt werden muss? Müssen es Einzelappartements mit Nasszelle und Kochnische sein oder wären Wohngemeinschaften nicht sowieso die sozialere Wohnform?

Es ist zu befürchten, dass die jetzt ermittelten Kosten von 26,2 Mio. Euro am Ende auf die 30 Mio. Euro zugehen. Deshalb müssen die Baukosten von 17,7 auf höchsten 21 Mio. Euro gedeckelt werden (...) Gegebenenfalls muss ein externer Projektsteuerer für die Einhaltung des Deckels sorgen. Weiterwursteln ist keine Lösung.

Es bleibt zu hoffen, dass die Landesgartenschau und die Konversion sich als wirkliche Leuchtturmprojekte entwickeln. Der Schuldenberg der Stadt Ellwangen wächst meiner Meinung nach ins Unverantwortliche. Wichtige und sinnvolle Aufgaben werden in absehbarer Zeit nicht verwirklicht. Das Thema der Nachhaltigkeit muss (...) verstärkt im Vordergrund stehen.

Wolfgang Helmle

Ellwangen

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