Lesermeinung

Werte als Plattitüde

Zum Thema „WM in Katar“:

Es ist einfach nur höchst beschämend und für die direkt betroffenen Menschen sicherlich äußerst schmerzhaft, wenn DFB, Politik, Medien sowie Teile der Wirtschaft nur auf dem Rücken der Menschenrechte gegen die FIFA opponieren wollen, anstatt hier klare Kante zu zeigen – mit all den ggf. anstehenden Konsequenzen. Nur ein Zeichen setzen zu wollen, ohne in irgendwelche Risiken zu gehen, ist kein Zeichen. Sich dagegenstellen / Protest erheben muss auch wehtun dürfen – sei es in sportlicher Weise oder auch in finanziellen Belangen sowie dem Verlust von Sendezeiten incl. dem Verzicht von Reportagen vor Ort und wegfallenden Werbezeiten/-flächen, bis hin zu verbandsrechtlichen Konsequenzen. Und der bislang immer wieder thematisierte Wertekanon bleibt am Ende des Tages eben nur eine zur Show getragene Plattitüde – mit seinem intensiv verinnerlichten Komma, aber der Sport. Nur Profifußball auf diesem Level ist zwischenzeitlich ein auf grünem Rasen, eng entlang ökonomischer Maximierungszielen wie Umsatz und Gewinn sowie Marktanteilen, hergestelltes Produkt und weitaus weniger Sport mit all seinen Facetten.

Somit bleibt bei Selbstdarstellung und Eigeninteressen sowie Macht und Geld nur noch Schopenhauer mit seinem ‘Die Menschen ändern Gesinnung und Betragen ebenso schnell wie ihr Interesse sich ändert‘ über.

Lothar Hahn

Westhausen

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