Lesermeinung

Wie können sich Abriss und Neubau rechnen?

Zu den neuesten Planungen für das Johannes-Brenz-Haus:

Das erst vor wenigen Jahren renovierte und sanierte Johannes-Brenz-Haus soll aufgrund hoher Energiekosten abgerissen werden, 40 Wohneinheiten und zwei Penthäuser sollen dort neu entstehen. 2015 rühmte sich Bilal Dincel als SND-Geschäftsführer noch, mehr als eine halbe Million in das Gebäude investieren zu wollen. Eine energetische Sanierung scheint jedoch versäumt worden zu sein, obwohl deren Dringlichkeit auch schon vor sieben Jahren bekannt gewesen sein sollte. Trotzdem wurde Geld investiert und Material verbaut. Da fragt sich, wer nicht mit Wohnungsbau sein Geld verdient, wie erst Sanierung und kurz darauf Abriss und Neubau sich rechnen können. Nachhaltig ist daran jedenfalls nichts, anders, als dies für das Eco Village in der Oststadt geplant ist. Der vorgesehene KfW Standard 55 entspricht darüber hinaus nicht mehr dem neusten Stand, zumal kein günstiger Wohnraum geschaffen werden soll. Er erlaubt aber günstigeres Bauen und damit höheren Profit. Förderwürdig ist jetzt das Effizienzhaus 40.

Gerne würde man wissen, wie viel Geld damals tatsächlich in die Sanierung geflossen ist. Auch die damalige Ankündigung, keine Eigentums- oder Mietwohnungen einzurichten, hat sich ja wohl erübrigt. Könnte es sein, dass es weniger um die Schaffung von Wohnraum geht, als um maximalen Profit? Bei der von Bilal Dincel genannten Fördersumme von 26 500 Euro pro Wohneinheit, welche wohl kurz vor Förderende noch genehmigt wurde, schießen wir Steuerzahler bei 40 Wohneinheiten und zwei Penthäusern deutlich über eine Million Euro in Form von KfW-Förderung zu. Angesichts solcher Beispiele ist man dankbar, dass Fördergelder in Zukunft primär in Sanierungen fließen sollen.

Veronika Totzeck,

Schwäbisch Gmünd

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