Lesermeinung

Wie weit geht unsere Kunst?

Zum Bericht auf der Kinderseite, „MIt Stoff umwickelte Bäume“, SchwäPo vom 25. September:

Christo und Jeanne-Claude haben den Arc de Triomphe in Paris und den Berliner Reichstag für Millionen Euro als Event verhüllt, wurden bejubelt und berühmt. Für viele Tiere, die in den Gemäuern lebten, ihre Nester hatten, bedeutete dies den Tod. Es kommen neue, unbekannte „Künstler“ nach, die sich mit besonderen „Taten“ profilieren wollen. Stämme von 9 Bäumen, 25m hoch, werden am Münchner

Isarufer mit rotem Stoff umwickelt. Mit dieser Aktion will die Künstlerin Penelope Richardson die Natur in der Corona-Zeit besonders würdigen! Sie will, dass die Menschen durch den rot umwickelten Stamm die Natur schätzen, dann in den Himmel schauen und die Magie des Waldes spüren. Der Baumstamm ist Lebensraum für viele Tierarten, in seiner Rinde finden Insekten Schutz und Nahrung. Käferarten legen Eier am Stamm ab. Die Larven bohren Löcher ins Holz und leben dort, bis sie fertige Käfer sind. Diese Löcher nehmen Insekten oder Pilze an. Es entstehen Höhlen, die Vögeln, Eichhörnchen, Spechten einen Brutplatz oder Unterschlupf für Nahrungsvorrat im Winter bieten.

Dieses Verpackungsevent - ein Naturfrevel ohnegleichen. Auf dem Bild umarmt Misses Richardson den von oben bis zur Krone in roten Stoff eingewickelten Baum liebevoll wie das Beinchen eines Babys im Strampelanzug. (...) Im Sinne der Kunst, zu Corona-Zeiten, gerade für die städtischen, grünen „Künstler-Münchner“ ist alles möglich.

Karin Hofmann, Aalen

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