Lesermeinung

Zu Berichten über den Zustand des deutschen Waldes und die Situation der Privatwaldbesitzer:

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Wer mit offenen Augen in Deutschland unterwegs ist, sieht, wie der Wald leidet. Die Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Klimafunktion des Waldes ist aufgrund der Erderwärmung in höchster Gefahr.

Wer mit offenen Augen in Deutschland unterwegs ist, sieht, wie der Wald leidet. Die Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Klimafunktion des Waldes ist aufgrund der Erderwärmung in höchster Gefahr. (...)

In Zeiten des Klimawandels wird der Wald aufgrund seiner langfristigen Bindung von CO2 und Verbesserung der Luftqualität immer wichtiger und muss deshalb eine bessere Wertschätzung durch die Politik und die Bevölkerung erhalten. Die Klimaschutz- und Gemeinwohlleistungen der Privatwaldbesitzer, die die Hälfte des deutschen Waldes bewirtschaften, müssen umgehend eine unbürokratische und hohe Hilfe erfahren.

Annähernd zwei Milliarden Euro haben der Bund und die Länder 2019 und 2020 zur Verfügung gestellt. Wo fließt das viele Geld hin? Bei den hart arbeitenden Privatwaldbesitzern zur Aufarbeitung des Sturm-, Dürre- und Borkenkäferholzes ist noch so gut wie nichts angekommen.

Durch den beinahe totalen Preisverfall beim Holz lohnt sich keine Holzernte mehr. Die sechs Euro Aufforstungshilfe je Festmeter Schadholz des Landes Baden-Württemberg sind bei einem Verlust von 50 Euro je Festmeter den bürokratischen Aufwand nicht wert. Die vom Bund und den Ländern zur Verfügung gestellten Gelder dürfen nicht in der Bürokratie unter anderem durch Schaffung von 1000 neuen Försterstellen bundesweit verwendet werden.

Was der Wald braucht, ist dringend und nachhaltig mehr Regen, mehr Forstwirte im Staats- und Kommunalwald und engagierte Privatwaldbesitzer, die den Wald nachhaltig zu einem klimastabilen Mischwald umbauen helfen. Dabei ist auf die natürliche Verjüngung des Waldes zu achten. (...)

Den Ankündigungen der Politiker im Bund und in den Ländern, den Privatwaldbesitzern durch Gewährung einer zusätzlichen Klimaprämie unter die Arme greifen zu wollen, müssen Taten folgen. Ein Paradebeispiel hierfür war in den 1980-er Jahren die unbürokratische und pro Hektar Wald gewährte "Ausgleichszulage Wald" durch Landwirtschaftsminister Dr. Weiser.

Hubert Kiesel Bühlerzell

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